Auf Goldsuche: Projektpartner trifft P-Seminar

„Wer von euch kennt Quecksilber und Cyanid?“ Fast alle Finger gehen nach oben. Jacob Lompo ist offensichtlich beeindruckt: „In Burkina Faso ist das leider nicht immer der Fall: Oft wissen die Menschen gar nicht, mit welch hoch giftigen Materialien sie hantieren.“ Der Grund liegt für ihn dabei auf der Hand. Eine Umfrage hat ergeben, dass 76% der Goldsucher Analphabeten sind, da die meisten nie oder nur kurz eine Schule besucht haben. Für die Schülerinnen des P-Seminars „Fairtrade“ eine unerwartet hohe Zahl.

Mit der Hilfe von Quecksilber und Cyanid wird das Gold herausgewaschen.

Doch leider sind die giftigen Chemikalien, die zur Gewinnung von Gold eingesetzt werden, nicht das einzige Problem. Der missio-Projektpartner erläutert weitere Konsequenzen des illegalen Goldabbaus in seiner Heimat: „Waldrodungen, Atemwegserkrankungen, Verschüttungen, Ausbreitung (sexuell) übertragbarer Krankheiten, Verunreinigung des Wassers und Drogenkonsum.“

Beim Einsatz der giftigen Chemikalien leiden nicht nur die Menschen:
Auch die Umwelt ist stark vom Goldabbau betroffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um noch mehr über die Lebenssituation und Arbeitsbedingungen der Burkinabe zu erfahren, stellen die Schülerinnen des Edith-Stein-Gymnasiums nach dem Vortrag interessiert Fragen. Die einen nutzen dabei die Gelegenheit, ihre Französischkenntnisse anzuwenden, um direkt mit Jacob Lompo ins Gespräch zu kommen. Die anderen nehmen die angebotene Übersetzungshilfe der missio-Praktikantin und Gästebegleiterin Theresa dankbar in Anspruch. So oder so findet ein lebhafter Austausch statt.

Jacob Lompo und die missio-Praktikantin Theresa im Austausch mit dem P-Seminar „Fairtrade“.

Auf besonderes Interesse stößt der Bau eines Mädchengymnasiums nahe einer Goldgräberstätte. Um dieses und weitere missio-Projekte zu unterstützen, beschließen die Schülerinnen, sich an der missio Handy-Sammelaktion zu beteiligen. In der Abschlussdiskussion, in der u. a. die Frage aufgeworfen wird, ob man selbst Mitverantwortung für die Lage der Menschen in Burkina Faso trägt, weisen die Mädchen einstimmig auf den eigenen Konsum hin. Schließlich landet das dort abgebaute Gold am Ende in unseren Elektrogeräten, Schmuckstücken usw.

Jacob Lompo hält nicht nur in Deutschland Vorträge. Auch in den bereits eröffneten Schulen seiner Diözese in Burkina Faso ist er ein gern gesehener Gast.
Mit der Hilfe von Bildern und einem Video wird die Problematik verdeutlicht.
Mehr über die Arbeit von Jacob Lompo und die Handy-Sammelaktion findet man im Jugendaktions-Materialheft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei der Verabschiedung verschwindet Jacob Lompo plötzlich, um kurz darauf mit einer Tüte voll Erdnüssen und seinem verschmitztem Lächeln zurückzukehren. Erfreut über die tolle Begegnung verteilt er zum Abschluss die Nüsse aus seiner Heimat zusammen mit einem Kompliment: „Ihr konntet fast alle meine Fragen beantworten. Und wisst ihr auch warum? Weil ihr schlau seid!“

Gegenseitiger Applaus für eine bereichernde Begegnung!

Jacob Lompo ist missio-Projektpartner und zurzeit im Rahmen des Weltmissionsmonat als Gast in Deutschland. Hier berichtet er von seiner Arbeit als Diözesanökonom des Bistums Fada N’Gourma in Burkina Faso.

Lesen Sie weiter: Unterrichtsbaustein: „Urban mining – auf Goldsuche“

Fotos: Jörg Böthling; missio

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