Auf Sendung

Vor einem Jahr reiste ein Reporterteam des missio magazins nach Norduganda. Der Radiosender Radio Pacis macht dort ein Programm für eine Region, die damals 750 000 Flüchtlinge aus dem Südsudan beherbergte. Heute sind es über eine Million. Wie ist die Lage aktuell?

Mitarbeiter von Radio Pacis unterwegs im Dorf Onduparaka.

missio-mazagzin-Chefredakteurin Barbara Brustlein und Fotograf Jörg Böthling begleiteten die jungen Journalisten des Radiosenders Radio Pacis.

Die Macher des mehrfach preisgekrönten katholischen Senders – der sogar von der BBC als bester Radiosender Afrikas ausgezeichnet wurde – sind in den Dörfern unterwegs und produzierten vor Ort Sendungen zu Themen, die durchaus explosiv sind: die fatalen Folgen der in den Dörfern verbreiteten Alkoholsucht, die laxe Anwesenheitsmoral der Kinder in den Schulen oder die gebrochenen Wahlversprechen von Regionalpolitikern.

Dass ein derartiger gesellschaftlicher Diskurs öffentlich geführt wird und dass auch Frauen das Wort ergreifen, sei keine Selbstverständlichkeit, betonen die Radiomacher. „Unsere Themen hier  verändern die Gesellschaft“, sagt Programm-Manager Noel Ayikobuya.

UGANDA, Arua, Radio Pacis

Uganda hat eine Gesellschaft, die noch an den Folgen der Vergangenheit zu tragen hat: Der Herrschaft des Diktators Idi Amin waren 400.000 Menschen zum Opfer gefallen. Der Rebellenführer Joseph Kony und  seine „Lords’s Resistance Army“ aus Norduganda rekrutierten Kindersoldaten und verdammten damit unzählige Minderjährige zum Plündern und  zum Morden.

Siedlungen statt Flüchtlingslager

Inzwischen stellt nicht nur die eigene Geschichte, sondern auch der Krieg im Nachbarland Südsudan für Uganda eine große Herausforderung dar: Derzeit bietet Uganda Hunderttausenden Menschen aus dem Südsudan Zuflucht. Nach Kenia und Äthiopien ist Uganda damit das Land Ostafrikas, das die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.

Comboni Missionar Tonino Pasolini und Sherry Meyer bauten den Sender vor 17 Jahren gemeinsam auf.

Statt große Flüchtlingslager in abgelegenen Regionen zu errichten wie die anderen beiden Länder das tun, setzt Uganda aber auf eine andere Flüchtlingspolitik: Neuankömmlinge erhalten ein Stück Land und dürfen sich in so genannten settlements, also Siedlungen, niederlassen.

Die aktuelle Lage

„Derzeit sind die Südsudanesen in vielen Ansiedlungen zahlreicher als die eigentlichen Einwohner“, schreibt uns Sherry Meyer. Die Amerikanerin hat gemeinsam mit dem italienischen Comboni- Missionar Tonino Pasolini vor 17 Jahren den Sender aufgebaut und seither aktiv begleitet. „Das stellt das Land und auch uns vor große Herausforderungen.“

Radio Pacis produziert mittlerweile eigene Sendungen für die Flüchtlinge. „Wir machen Programme, in denen die Leute Informationen finden,wo sie welche Hilfe erhalten. Dafür stimmen wir uns mit den verschiedensten Organisationen ab, die sich für die Südsudanesen einsetzen.“ Auch hat der Sender eigens einen Journalisten neu eingestellt, der auf  Arabisch berichtet, wie es in der Region um Juba – der Hauptstadt des Südsudans – gesprochen wird. „Aber ebenso wichtig sind unsere Programme für die Ugander“, schreibt Sherry. „Um das Verständnis für die Hilfe  suchenden Nachbarn aufrecht zu erhalten.“

HIER findet Ihr die Reportage „Stimme des Friedens“ über Radio Pacis>>

 

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