Der Präsident kennt kein Erbarmen

Unser neuestes missio magazin haben wir Euch ja schon in unserem Blogbeitrag in der vergangenen Woche vorgestellt. Heute wollen wir Euch daraus noch eine Reportage besonders ans Herz legen: in „Der Präsident kennt kein Erbarmen“ geht es um die Auswirkungen des blutigen Anti-Drogen-Kriegs von Präsident Rodrigo Duterte auf den Philippinen. Der Fotograf Fritz Stark und ich waren vor wenigen Wochen in Manila unterwegs und haben uns mit Angehörigen der Opfer des Mordens getroffen.

Tausende Verdächtige wurden von den Killerkommandos der Regierung seit Dutertes Amtsantritt vor knapp zwei Jahren bereits kaltblütig hingerichtet. Wer mit dem Leben davonkommt, landet in einem der überfüllten Gefängnisse – ohne Beweise, ohne fairen Prozess. Die Familien, die zurückbleiben, sind verzweifelt.

Die 86 Jahre alte Remy musste miterleben, wie ihr Sohn Juan erschossen wurde.

Unter anderen haben wir in Payatas, einem Armenviertel im Großraum Manila, mit der 86 Jahre alten Remy gesprochen. Sie musste miterleben, wie ihr Sohn Juan von Polizisten erschossen wurde – obwohl er immer und immer wieder um Gnade flehte. Seither kümmert sich die alte Frau alleine um die sieben Enkelkinder. Die Schwiegertochter wurde Monate vor dem Tod Juans ins Gefängnis gesteckt, weil sie das Versteck des Ehemannes nicht verraten wollte.

Um Hinterbliebenen wie Remy zu helfen, hat der Vinzentinerpater Daniel „Danny“ Pilario in Payatas Treffen für die verzweifelten, mittel- und hilflsoen Familien ins Leben gerufen. Die Zusammenkünfte mit Danny und seinem Team aus Psychologen und Sozialarbeitern sind für die Hinterbliebenen oft der einzige Halt.

Father Danny mit fünf der sieben Enkelkinder von Remy in Payatas.                                                  Fotos: Fritz Stark

Remys Sohn Juan ist einer von Tausenden, die dem Anti-Drogen-Krieg des Präsidenten zum Opfer fielen. Menschenrechtsorganisationen sprechen von inzwischen etwa 20 000 Toten, inklusive Frauen und Kindern, die bei den Säuberungsaktionen von Querschlägern getroffen wurden.

Schwester Cres: „Das ist ein Krieg gegen die Armen.“

„Das hier ist kein Krieg gegen die Drogen, es ist ein Krieg gegen die Armen“, hat Schwester Crescencia „Cres“ Lucero“ die Lage auf den Philippinen in unserem Interview zusammengefasst. Die 75 Jahre alte Ordensfrau ist die Vorsitzende der katholischen Menschenrechtsorganisation ‘Task Force Detainees of the Philippines’ (TFDP).Gemeinsam mit rund 200 Mitgliedern kämpft sie seit dem diktatorischen Regime von Präsident Ferdinand Marcos für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer Heimat.

„Was gerade auf den Philippinen vor den Augen der Weltöffentlichkeit geschieht, ist sinnloses Töten ohne Recht und Gesetz“, sagt Schwester Cres.

In unserer Reportage erfahrt Ihr mehr über Remy, wie sie versucht, sich und die sieben Enkelkinder durchzubringen. Über Pater Danny, Schwester Cres und andere mutige Kirchenleute auf den Philippinen, die sich im Kampf gegen das Töten offen gegen die Regierung stellen…

Unsere gesamte Reportage könnt Ihr Euch hier herunterladen!

 

 

 

 

Bis nächste Woche!

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