Die Mumien von Kabayan

OBEN IN KABAYAN, im Gebirge auf der philippinischen Insel Luzon, liegt die Heimat der Ibaloi-Kultur, einem Bergvolk, das hier schon seit tausenden von Jahren ansässig ist. Dort gibt es viele Höhlengräber, in denen bis zu 800 Jahre alte Mumien entdeckt wurden. Sie stehen auf der Vorschlagsliste zur Aufnahme
in das UNESCO-Weltkulturerbe und gelten als nationales Erbe.

Das missio magazin hat in seiner Ausgabe 5/2016 über die Mumien von Kabayan berichtet. Zum Schmöckern hier>> klicken!

Bis ins 16. Jahrhundert mumifizierten die Ibaloi ihre Verstorbenen durch eine ganz besondere Technik: Bei der sogenannten Feuermumifizierung wurden dem Sterbenden salzhaltige Flüssigkeiten zugeführt und so bereits zu Lebzeiten der Prozess der Mumifizierung eingeleitet. Nach dem Tod wurde der Körper gründlich gereinigt. Dann platzierte man den Leichnam in Sitzposition an einer Feuerstelle. Über einen langen Zeitraum, der bis zu zwei Jahre dauern konnte, wurde so der Körper vollkommen entwässert. Danach entfernte man die erste Hautschicht und balsamierte den Körper mit Kräutern ein. In kunstvoll geschnitzten und verzierten kleinen Holzsärgen wurden die Leichname in künstlichen und natürlichen Höhlen aufbewahrt.

Die Besonderheit bei dieser Art von Mumifizierung war, dass der Körper mit allen Organen unversehrt blieb, im Gegensatz zur Technik der alten Ägypter, die stets sämtliche Organe vor der Mumifizierung entfernten. Auch heute noch gelten die Grabhöhlen als heilige Orte der Ibaloi. Leider wurden in der Vergangenheit einige durch Plünderung zerstört. Heute werden sie zwar besser geschützt, aber natürliche Feinde wie Insekten und Pilze drohen, das wertvolle Kulturerbe zu zerstören.

 

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