Die Philippinen im Fokus des Weltmissionssonntags 2016

missio München sucht wieder engagierte und kulturinteressierte Schutzengel als Betreuer und Übersetzer

Philippinen: Slumhütten vor der Skyline des Bankenviertels Makati © FRIEDRICH STARK
Philippinen: Slumhütten vor der Skyline des Bankenviertels Makati © FRIEDRICH STARK

 

Die Solidaritäts-Kampagne zum Weltmissionssonntag

Jedes Jahr am vorletzten Sonntag des Monats Oktober (in Deutschland am vierten Sonntag) findet überall in der Welt die größte Solidaritätsaktion der römisch-katholischen Kirche statt. Dabei wird in allen Gemeinden auf der Welt Geld gesammelt, das dann unter den 1000 ärmsten Diözesen aufgeteilt wird.

 

Beispielland 2016: Philippinen

Jedes Jahr zum Monat der Weltmission steht hierzu ein Partnerland im Mittelpunkt. 2016 werden dies die Philippinen sein. Hintergrund dieser Beispielländer ist es, auf die Armut und Benachteiligung der Menschen in dem jeweiligen Land aufmerksam zu machen und für Projekte in jenem Kontext zu werben. Von besonderer Wichtigkeit aber sind die partnerschaftliche Begegnung auf Augenhöhe und der weltkirchliche Austausch.

Auch wenn der WMS 2015 gerade erst abgeschlossen ist, stehen alle Beteiligten bereits wieder in den Startlöchern. Denn so eine Kampagne braucht eine gute Vorbereitung. Bereits im Sommer wird im Sinne des Austauschgedankens zunächst eine Delegation von Vertretern des päpstlichen Missionswerks missio München und der diesjährigen Gastdiözese Speyer auf die Philippinen reisen. Im Zeitraum zwischen dem 21. September bis 23. Oktober 2016 bereiten sich dann hierzulande die Partner darauf vor, Gäste aus den Philippinen zu empfangen. Dabei werden unsere Freunde aus Fernost schwerpunktmäßig durch das Bistum Speyer reisen und Gemeinden, Einrichtungen sowie verschiedenste Veranstaltungen besuchen. Dort wird der Besuch aus den Philippinen dann Vorträge halten und mit den Einheimischen über weltkirchliche Themen ins Gespräch kommen, zum Beispiel wie Kirche auf den Philippinen gelebt wird. Sicher werden die Gäste auch ihre Arbeit und Projekte vorstellen und über Problematiken berichten, mit denen sie in diesem Zusammenhang auf den Philippinen zu kämpfen haben. Auch missio for life befasst sich mit den Schicksalen junger Menschen auf den Philippinen. Hintergründe zu Paulos Leben könnt ihr beispielsweise hier nachlesen.

 

 

© Susanne Riedlbauer
© Susanne Riedlbauer

Schutzengel berichten

Solch ein Delegationsbesuch ist für die Gäste allerdings kein Urlaub. Auch wenn eine lange Reise mit wohlmöglich überwältigenden Eindrücken spannend und aufregend  ist. Nach oft langwierigen Reisestrapazen erwartet die Gäste hier ein volles Programm bei dem sie von Termin zu Termin reisen, die stets mit Erwartungen an sie gebunden sind. Damit die Gäste von den vielen Eindrücken und Aufgaben nicht überfordert werden, stellt missio München ihnen seither sogenannte Schutzengel bzw. Begleiter an die Seite. Sie sorgen für die nötige Unterstützung. Im Folgenden möchte ich Euch ein paar Erfahrungen und Erlebnisse meinerseits schildern:

Was man schon mal vorab sagen kann, ist, dass kein Tag wie jeder andere ist. Deshalb gibt es keinen typischen Tagesablauf zu berichten. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. Jeder Tag ist eine Art Wundertüte, aber im positiven Sinne. Wir hatten letztes Jahr eine Delegation aus Tansania zu Gast. Es war eine unheimlich tolle Zeit. Am Anfang stand natürlich zunächst die Begegnung mit den Gästen. Höchst spannend, weil einige Leute dabei waren, die noch nie in ihrem Leben außerhalb ihres Landes oder gar ihres Dorfes gewesen sind. Das bedeutete für uns, dass man manchmal die für uns selbstverständlichsten Dinge erklären musste, zum Beispiel wie eine Mischbatterie oder eine Spülung funktioniert oder der Schlüssel im Schloss umgedreht werden muss. Wir waren zu zweit mit einer Gruppe von 16 Leuten unterwegs. Das heißt, wir hatten jeden Tag zwei Bullis voller Leute. Eine sehr gemischte Gruppe aus Jung und Alt, aufgeschlossen oder zurückhaltend war das, mit der wir täglich unterwegs waren. Es kommt schon sehr darauf an, sich auf diese unterschiedlichen Charaktere einzustellen. Gerade auch, weil einige Leute nur Swahili sprechen konnten. Da ist es dann besonders wichtig, ein Gefühl dafür zu haben, wie es denjenigen geht, die sich sprachlich nur schwer verständlich machen können.

Unsere Hauptaufgaben bestanden darin für unsere Gäste, der erste Ansprechpartner zu Fragen aller Art zu sein. Damit trägt man auch eine große Verantwortung, vor allem dann,  wenn mal etwas nicht wie geplant läuft und man auch schon mal die Initiative ergreifen muss selbst zu entscheiden, was richtig ist. Wenn beispielsweise an einem Abend  nicht wie geplant das Abendessen vorbereitet ist, dann muss man eben selbst dafür sorgen.

Durch die vielen Besuche in der Diözese waren wir so gut wie die einzige Konstante für unsere Gäste. So entsteht nach einer Zeit eine vertrauensvolle Verbindung. Die ist auch wichtig. Schließlich sind wir auch in Notfällen rund um die Uhr für sie erreichbar. Dazu braucht es dann eben auch eine gute Vertrauensbasis.

Ein Schwerpunkt unserer Aufgaben war aber sicherlich die Übersetzungsarbeit. Die fällt allerdings auch sehr unterschiedlich aus. Mal geht es darum, Predigten für die Gemeinde zu übersetzen, mal unterstützt man bei informellen Gesprächen. Aber auch die Funktion als Dolmetscher bei Podiumsdiskussionen oder Pressekonferenzen kann dazu gehören.

Manchmal ist es auch sehr witzig. So habe ich beispielsweise einem Bischof dabei geholfen, seine Rede, die er unbedingt auf Deutsch halten wollte, einzuüben. Ich habe also ein kleines Sprachtraining gegeben, das war ein riesen Spaß.

 

© missio
© missio

Wenn mich jemand fragen würde, was das spannendste Ereignis in meinem Praktikum war, dann würde ich spontan gar keinen Favoriten nennen können, weil es schlichtweg so viele Ereignisse waren, die mir so nachhaltig in Erinnerung bleiben werden: Das Unterwegssein mit den Gästen, die spannenden Geschichten und Gespräche, die gemeinsamen Feierlichkeiten wie etwa eine bunte Prozession mit tansanischem Choral durch die Straßen von Aschaffenburg u.v.m.

Natürlich hat man aber auch mal mit anstrengenden Situationen zu kämpfen. Bei Fragen, die sich um die Projektarbeit drehen, kristallisiert sich nicht selten noch ein sehr unreflektiertes Verständnis von Partnerschaft heraus, bei dem sich weiter ein Hierarchiegefälle abzeichnet. Das macht mich manchmal wütend, da ist dann Diplomatie gefragt.

In jedem Falle ist das Praktikum ein tolles Erlebnis. Man muss es sich vielleicht vorstellen wie einen Road Trip, der zwar manchmal anstrengend sein kann, aber auch einfach wahnsinnig tolle Begegnungen bereithält. Und man lernt dabei auch eine Menge über sich selbst.

Für jeden, der sich für den Kontext Entwicklungspolitik insbesondere im weltkirchlichen Rahmen interessiert, ist dieses Praktikum fast ein Muss! Und manchmal das Sprungbrett für eine Karriere in diesem Sektor. Denn so bin ich als ehemaliger WMS-Praktikant nun für die missioforlife-Kampagne zuständig.

Wer weitere Stimmen zum WMS-Praktikum hören möchte, dem sei folgender Videobeitrag ans Herz gelegt. Dieser Clip vermittelt Euch Eindrücke zum WMS 2012, wo Papua Neuguinea das Schwerpunktland war:

 

 

Einen persönlichen Rückblick von unserer damaligen Praktikantin Katharina McLarren gibt’s in diesem Interview.

 

Informationen rund ums Intensivpraktikum

Das Praktikum besteht aus einer Vorbereitungswoche im Hause missio und dem anschließenden Einsatz mit den Gästen. In der Einführungswoche werden die Praktikanten auf die rund drei Wochen Einsatz mit den Gästen geschult. Hierzu wird es Einheiten mit Hintergrundinformationen zur Arbeit und Aufstellung des Hauses missio München geben. Darüber hinaus warten aber auch interkulturelle Übungen und das Trainieren von Übersetzungsarbeit auf die Schutzengel. Neben kostenloser Unterbringung gibt es übrigens auch eine kleine Aufwandsentschädigung.

Falls Ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid und überlegt, dass Ihr das Ganze auch gerne einmal miterleben wollt: Zögert nicht, meldet Euch einfach bei uns! Ansprechpartner rund ums Praktikum ist Dr. Michael Krischer, den Ihr unter folgenden Kontaktdaten erreichen könnt:

Tel.: 089/ 51 62-247 Fax: 089/ 51 62-335 E-Mail: m.krischer@missio.de

Wir freuen uns auf Euch!

 

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