Echte Heldinnen: „Mustang“ hofft auf einen Oscar

In weiten Teilen der Welt werden Mädchen zur Heirat gezwungen. Trotz nationaler und internationaler Verbote sind Millionen von Mädchen davon betroffen –  manche von ihnen haben kaum das Kindergartenalter hinter sich. missio for life macht in seinem Lernparcours mit der Protagonistin „Renu“ besonders auf die Situation in Indien aufmerksam. Jetzt widmet sich ein französich-türkischer Film dem Thema: Mustang von der Regisseurin Deniz Gamze Ergüven ist für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Kinostart in Deutschland ist am 25. Februar.

MustangMustang erzählt die Geschichte von fünf Schwestern in der Türkei, die nach dem Tod ihrer Eltern bei einem Onkel und ihrer Großmutter in einem Dorf am Meer aufwachsen. Als sie zu Beginn der Sommerferien von einer Nachbarin dabei beobachtet werden, wie sie mit ein paar Jungs im Meer herumalbern, ist das unbeschwerte Leben der Schwestern vorbei: Wegen dieses „schamlosen Verhaltens“ verbieten Onkel und Großmutter den Mädchen alles in ihren Augen Unanständige. Das Haus der Familie wird zum Gefängnis.

„Unser Haus wurde zu einer Hausfrauenfabrik, aus der wir nicht rauskamen“, berichtet Lale, die jüngste der Schwestern, aus der Sicht die Geschichte erzählt wird. Benimmunterricht ersetzt von nun an die Schule. Fassungslos muss Lale mitansehen, wie für ihre Schwestern Ehen arrangiert und sie gegen ihren Willen mit teils fremden Männern verheiratet werden.

„Alles, was mit Weiblichkeit in Verbindung steht, wird oft auf Sexualität reduziert. Es ist als wäre jede weibliche Geste sexuell aufgeladen“, beschreibt Regisseurin Ergüven die Situation der Frauen in der Türkei. „In solch einer Gesellschaft werden Frauen zu Maschinen degradiert. Sie sollen Kinder gebären und zu Hause bleiben.“

Aus der Sicht der jüngsten Schwester Lale wird die Geschichte erzählt.
Aus der Sicht der jüngsten Schwester Lale wird die Geschichte erzählt.

Aus den fünf Schwestern in Mustang habe sie „echte Heldinnen“ machen wollen, deren Mut sich am Ende unbedingt auszahlen muss, sagt Ergüven. Sie sehe die fünf Mädchen als eine Art Monster mit fünf Köpfen an, das nach und nach seine Glieder verliere – jedes Mal wenn eines der Mädchen aus der Geschichte ausscheide. „Aber das letzte Glied überlebt und es gelingt ihm, zu fliehen. Weil ihre älteren Schwestern alle in die Falle getappt sind, weigert sich Lale, demselben Schicksal zu verfallen.“

Eine spannende Geschichte, einfühlsam erzählt. Wir drücken für den Oscar die Daumen!

Hier könnt ihr Euch den Trailer zum Film ansehen:

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