Fairer Handel erreicht Goldmarkt

Wer kennt es nicht: Das Smartphone ist kaputt, zu langsam oder es packt die neuste App nicht mehr. Kein Wunder, ist ja auch schon zwei Jahre alt. Da muss dann wohl ein neues her. Die technologische Schnelllebigkeit zwingt einen fast schon dazu, immer öfter ein neues Gerät anzuschaffen, wenn wir up to date bleiben wollen. Das kurbelt die Wirtschaft an. Ist doch eigentlich ganz schön. Allerdings hat das Ganze auch seine Schattenseiten.

Es steckt eine Menge drin in so einem kleinen Smartphone. Und zwar nicht nur Know How, sondern auch eine Menge an seltener und wertvoller Ressourcen. Oft wissen wir gar nicht, was alles in so einem kleinen Gerät an hochwertigem Material verbaut ist: Neben einer Menge Kunststoff natürlich, werden in einem Smartphone aber auch eine erhebliche Anzahl an unterschiedlichen Metallen verarbeitet. Neben Kupfer, Aluminium und Eisen auch sehr seltene und teure Materialien wie etwa Tantal, das aus dem Konfliktmineral Coltan gewonnen wird. Und einer der zurzeit teuersten Rohstoffe überhaupt: Gold.

Gold Barren – CC0

Über die Herkunft der Ressourcen, die für unsere Geräte benötigt werden, fehlen uns oft viele Informationen. Oft wissen viele, dass die Rohstoffe meist unter prekären Bedingungen gewonnen werden. Genau ausgewiesen, woher die Einzelteile im Endgerät nun aber wirklich kommen, sind die Inhaltsstoffe der Produkte jedoch nicht. Übrigens: Hintergründe zu den Bedingungen im Coltan-Abbau liefert beispielsweise der Fluchttruck, der jetzt auch in Bayern unterwegs ist, wertvolle Informationen.

Wenn wir über die Hintergründe nachdenken macht uns das sehr betroffen. Aber, was kann man da schon machen? Nichts, versuchen wir dann vielleicht unser Gewissen zu beruhigen. Und natürlich ist da etwas dran. Doch ganz so einfach ist es auch wieder nicht. Wir könnten sehr wohl Antworten zu den Produktionsbedingungen einfordern und damit zeigen, dass es eine Nachfrage für Produkte aus fairen Bedingungen gibt und somit einen Markt schaffen.

Schon seit langem gibt es diesen für Lebensmittel, die dann mit dem Fairtrade-Siegel ausgewiesen sind. Nun wird der Bereich langsam ausgeweitet und erreicht nach der Textilbranche endlich auch den Rohstoffsektor. Und das ist wichtig, denn 100 Millionen Menschen auf der Welt sind vom Bergbau abhängig. Die Fairtrade-Zertifizierung macht es möglich macht, dass hier sozial und Umweltverträglich gewirtschaftet wird. Denn bei der Auszeichnung wird auch darauf geachtet, ob Umweltstandards eingehalten werden. Zudem werden sogenannte Fairtrade-Prämien ausgezahlt, die nach demokratischen Prinzipien in Gemeinschaftsprojekte investiert werden.

Wenn die Nachfrage nach fair gehandelten Ressourcen steigt, könnte dies auch den Konfliktregionen ernsthafte Konkurrenz machen und somit den illegalen Machenschaften den Nährboden entziehen.

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