Frauen bescheren Indien Edelmetall bei Olympia

 

Ausgerechnet zwei Frauen ließen Indien am Ende doch noch jubeln. Nachdem die Gymnastin Dipa Karmaka im Turnen nur knapp an einer Medaille vorbei geschrammt war, sicherten am Ende die Ringerin Sakshi Malik (Bronze) und Pusarla Venkata Sindhu im Badminton mit Silbererfolg doch noch zwei Mal Edelmetall für Indien bei den Olympischen Spielen in Rio. Dass dabei einzig zwei Frauen Medaillen für Indien holten, wäre sicherlich nicht so besonderes, wenn nicht die Bedingungen für Frauen in Indien nicht so schwer wären, dass dieses Ergebnis einer kleinen Sensation gleicht.

©Tomaz Silva/Agência Brasil
©Tomaz Silva/Agência Brasil

Dieser Erfolg ist nicht selbstverständlich. Saina Nehwal, die bereits vor vier Jahren in London ebenfalls im Badminton für Indien eine Medaille holte, beschreibt in einem Interview mit der Times of India: „Frauen werden traditionell eher davon abgehalten, viel Sport zu treiben. Einer der Gründe ist, dass es die Annahme gibt, dass Sport kein Beruf für Frauen sein kann, weil er sie davon abhält in anderen Bereichen erfolgreich zu sein. Frauen werden gedrängt gut zu sein und Karriere zu machen in Berufen, die für sie gemacht sind.“

Noch immer ist die indische Gesellschaft durch patriachalischen Einfluss geprägt. Frauen haben oftmals einen untergeordneten Rang und sich ihren Rollenbildern zu fügen. Die indischen Medien berichten fast täglich von Vergewaltigungen. Eingesetzt als gängiges Mittel zur Unterdrückung derjenigen, die sich nicht den Traditionen beugen wollen und als ein einfaches Instrument der Machtdemonstration. Besonders extreme Fälle von Gewalt gegen Frauen haben es auch hierzulande schon in die Schlagzeilen geschafft und werfen einen großen Schatten auf die größte Demokratie der Welt. Doch bei all den Schreckensnachrichten ist auch viel auf dem Weg. Schon seit längerem formiert sich Protest:

Bereits seit 2006 existiert die Gulabi Gang, eine Gruppe von indischen Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzten und mittlerweile mehr als 150.000 Mitglieder zählt. Darüber hinaus existieren medienwirksame Proteste. Der Comedy Group AIB, die mit zynischem Humor auf die kontroverse Situation in Indien aufmerksam machen will, gelang ein viraler Videohit, der fast 6 Mio. Klicks zählt. Massen von Menschen gehen auf die Straße und demonstrieren gegen Vergewaltigung. Die Aktionen scheinen erste Wirkung zu zeigen. Mittlerweile existieren schärfere Gesetze gegen Vergewaltiger. Trotzdem brauchen viele Frauen in Indien weiterhin Unterstützung. Wirksame Hilfe verschafft da vor allem eine Investition im Bildungsbereich.

Auch wir von missio for life unterstützen unsere Projektpartner vor Ort. Aber wir wollen darüber hinaus auch hierzulande über Hintergründe und Lösungsansätze rund um die Thematik der Diskriminierung von Frauen aufklären und diskutieren.

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Der Erfolg der indischen Frauen bei den Olympischen Spielen in Rio ist in Indien gefeiert worden. Das beweist, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Frauen in der Gesellschaft zu stärken. So kann eben auch Sport einen emanzipatorischen Beitrag leisten.

 

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