Furchtlos durchs Leben

FURCHTLOSER EINSATZ: Ulrike Daufratshofer aus Memmingen, Paula Greiner-Bär aus Erfurt und Matthias Ogiermann aus München haben während der missio-Kampagne Sonntag der Weltmission im Oktober als missio-Schutzengel jeweils einen Gast aus Äthiopien einen Monat lang auf verschiedene Veranstaltungen begleitet, haben vor Publikum übersetzt und den Besuchern aus Afrika geholfen, sich im deutschen Alltag zurechtzufinden.

Für missioforlife, für das missio magazin und für die missio-Aktion Furchtlos berichten sie hier, wann sie in ihrem Leben schon einmal furchtlos waren.

Ein herzliches Dankeschön vorab schon einmal unseren drei Schutzengeln für den spannenden Einblick in Euer Leben und die offenen Worte!

 

Ulrike Daufratshofer:

Ulrike Daufratshofer

„ICH HABE GROSSES GLÜCK, da ich in kleinen, wie in großen Situationen gelernt habe, dass es nichts hilft, wenn ich Furcht habe. Vielmehr kann ich auf meine Stärken und auf meine, von Gott geschenkten Gaben vertrauen. Ich könnte mich in viele Situationen hineinsteigern und dadurch alle Möglichkeiten abwägen, alle Schwierigkeiten aufdecken und den Kopf einziehen vor lauter Furcht. Doch habe ich erfahren, dass meist alles zumGuten kommt und wenn es nicht gut ist, ist es mit Sicherheit noch nicht vorbei. Bei der Bachelorarbeit, bei einem schwierigen Gespräch, bei einer neuen Arbeitsstelle, im Auslandspraktikum, im Studium, als Patentante und bei vielen anderen Gelegenheiten konnte ich sicher sein, dass alles zum Guten kommen wird, daher gab es in letzter Zeit keinen Grund für mich Furcht zu haben. Aus diesen Erfahrungen heraus kann ich auch furchtlos in die Zukunft blicken. Diese Sicherheit lässt sich auch damit begründen, dass ich umgeben bin von wunderbaren Menschen, auf welche ich mich verlassen kann und die mir immer den Rücken stärken werden und natürlich bin ich getragen von dem Gefühl ein Kind Gottes zu sein und daher unendlich geliebt zu werden.“

 

Paula Greiner-Bär:

Paula Greiner-Bär

„EHRLICH GESAGT bin ich ein ziemlich ängstlicher Mensch. Ich habe Höhenangst, oft Platzangst und sehr hohen Respekt vor Prüfungssituationen. Häufig werden diese Ängste in meinem Alltag zur Herausforderung, aber ich erlebe mich auch immer wieder dabei, meine Befürchtungen, die damit zusammenhängen, zu überwinden und den Ängsten ins Gesicht zu lachen. Und genau das macht mich dann stark und lässt mich furchtlos sein, wenn ich in eine nächste ähnliche Situation komme. Nach meinem Abitur habe ich einen Freiwilligendienst in Bethlehem gemacht. Als ich Freunden im Vorfeld von meinen Plänen erzählte, hörte ich ganz oft die Fragen: Hast Du nicht Angst, wenn Du dahin gehst? Hast Du denn keine Befürchtungen, dass Dir dort etwas passiert? Hast Du nicht Angst vor dem Konflikt da unten? Nein. Hatte ich nicht und, wenn ich auf die zwölf Monate zurückblicke, wären Angst und Furcht auch ein schlechter Ratgeber gewesen. Ich habe im Heiligen Land so viele faszinierende Menschen treffen und kennenlernen dürfen – Juden, Christen, Muslime – Menschen aus aller Welt, die jeden Tag versuchen ihren Alltag furchtlos zu leben. Deshalb konnte ich es auch.“

 

Matthias Ogiermann:

Matthias Ogiermann mit „seinem“ Fußballteam in Kamerun

„ICH WAR FURCHTLOS, als ich für ein Jahr für einen Freiwilligendienst nach Kamerun aufbrach. Auch wenn ich mich ohne allgemeine Furcht auf den Weg machte, bedeutete das nicht, dass ich keine speziellen Befürchtungen hatte: Würden die wenigen, didaktisch zweifelhaften YouTube-Lehrvideos über die französische Gebärdensprache genügen, um mir einen guten Start in meine Tätigkeit an der Gehörlosenschule zu erlauben? Würde ich den Kulturschock heil überstehen? Nach einigen Wochen hatten sich meine Befürchtungen allerdings erledigt. Natürlich hatte meine Sprachvorbereitung nicht viel geholfen und ich kapierte deshalb selten etwas, wenn die Schüler in atemberaubenden Tempo etwas gebärdeten. Und klar, nicht allzu selten war ich in ein kulturell bedingtes Fettnäpfchen getrampelt, hatte um Sachen gefeilscht, um die man besser nicht feilscht (zum Beispiel um Taschentücher – warum auch immer …), hatte gelegentlich in unpassenden Momenten ungeputzte Schuhe, hatte einen Kameruner mit einer unbedachten Äußerung vor den Kopf gestoßen. Doch all diese Missgeschicke waren längst nicht die Katastrophe, als die ich sie mir ausgemalt hatte. Oft braucht man gewisse Ängste gar nicht zu haben, wenn man mit anderen Menschen, und seien sie auch aus einem anderen Kulturkreis, zu tun hat.“

Bis nächste Woche grüßt Euer Team von missio for life

 

 

 

Facebooktwittergoogle_plusmail
Facebooktwittergoogle_plusrssyoutube