Furchtlos sein

Fremde Kulturen oder neue Herausforderungen können Angst machen – oder eine riesengroße Bereicherung sein. Warum es sich lohnt, offen durchs Leben zu gehen, berichten für uns drei unserer missio-Praktikanten, die gerade im Monat der Weltmission unsere Gäste aus Burkina Faso als Übersetzer und auch sonst in allen Lebenslagen unterstützen.

Anke Maus in Burkina Faso.

Anke Maus (20) aus Prüm:

DAS LETZTE MAL war ich furchtlos, als ich die Entscheidung getroffen habe, 13Monate lang alleine nach Burkina Faso zu gehen. Obwohl ich die Sprache anfangs gar nicht konnte, vieles neu und manches auch komisch war, habe ich mich nie wirklich gefürchtet. Die Menschen dort haben einem dieAngst komplett genommen,weil sie so freundlich und hilfsbereit waren. Meine Furchtlosigkeit hat mir wunderbare Erfahrungen geschenkt: In Burkina Faso habe ich an Schulen  Mädchen bei den Hausaufgaben geholfen und sie gemeinsam mit zwei anderen Frauen über die Pubertät, Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft aufgeklärt. Ich war in Dörfern unterwegs und habe im Freien geschlafen. Manchmal hatte ich weder Strom noch fließendWasser. Ich habe die Stimmung nach dem letzten Terroranschlag am 13. August mitbekommen. Aber ich habe auch erlebt, wie groß die Akzeptanz zwischen Christen und Muslimen im Land ist. Wenn ein muslimischer Mann eine katholische Frau heiratet, ist es nicht ungewöhnlich, dass der Mann auch katholisch wird oder jeder bei seinem eigenen Glauben bleibt. Jeder in der Familie kann quasi frei wählen, welcher Religion er angehören will. Diese große Freiheit hat mich sehr beeindruckt. Zurück in Deutschland, hoffe ich, genau diese Freundlichkeit und diesen Respekt gegenüber anderen Menschen, egal woher sie kommen oder an was sie glauben, beizubehalten und in meinem weiteren Leben in mir zu tragen. Denn meist verschließt die Angst nur Türen.“

Barbar Wißgott aus Würzburg.

Barbara Wißgott (24) aus Würzburg:

EIGENTLICH BIN ICH kein ängstlicher Typ, sondern versuche, die Dinge gelassen undmit einer Portion Optimismus anzugehen. Doch diesen Sommer habe ich zum ersten Mal eine Jugendgruppe bei einer Segelfahrt auf dem Ijsselmeer begleitet – und das, obwohl ich großen Respekt vor tiefem Wasser habe, bei dem man den Untergrund nicht mehr sehen kann. Ich bekomme ein mulmiges Gefühl, wenn ich kein festes Land mehr unter mir habe oder sehe. Trotzdem bin ich mitgefahren und es wurde eineWoche voller wunderschöner Erfahrungen und toller Gemeinschaft. Der Kapitän war sehr erfahren und wusste, was er tut, und die Jugendlichen waren sehr eifrig bei der Arbeit auf Deck. Ich habe mich vom ersten Tag an wohlgefühlt und die Woche auf See sehr genossen. Wenn ich Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann, weiß ich, dass mir nichts passieren kann. Und ich glaube auch, dass ich nie alleine bin, sondern immer und überall auf Gott vertrauen kann, der mich begleitet und wieder gut nach Hause bringen wird.“

Lukas Matzick in Benin.

Lukas Matzick (20) aus Herzogenaurach:

FURCHTLOS habe ich mich gefühlt, als ich mich 2015 nach dem Abitur auf den Weg zu meinem Freiwilligendienst nach Benin gemacht habe. Ich bin aufgebrochen in ein Land, dessen Sprache ich nie in der Schule gelernt hatte und die ich nur in minimalen Grundkenntnissen beherrschte. Ich bin eingetaucht in eine Kultur, die anders ist, als die, in der ich aufgewachsen bin. In Benin habe ich eine zweite Heimat gefunden und erlebt, dass es sich gelohnt hat, furchtlos einen solchen Schritt zu wagen. Während meines Aufenthaltes habe ich jedoch auch erfahren, dass es für mich als Europäer einfacher ist, diesen Schritt in die andere Kultur gehen zu dürfen. Jungen Westafrikanern werden für einen solchen Aufbruch leider größere Steine in den Weg gelegt.“

….mehr zum Thema gibt es unter www.missio-furchtlos.de: Mit der Aktion Furchtlos weist missio auf Ungerechtigkeiten gegen Mädchen und Frauen hin und unterstützt missio-Partnerinnen als starke Powerfrauen und als Rückgrat der Kirche. Hier berichten sie, wann sie das letzte Mal furchtlos waren>>

 

Abonniert hier >> gerne unseren Blog!

Facebooktwittergoogle_plusmail
Facebooktwittergoogle_plusrssyoutube