Glockenläuten gegen das Morden

Jeden Abend läuten auf den Philippinen bis 1. November die Kirchenglocken zum Protest gegen das Morden im sogenannten Anti-Drogenkrieg von Präsident Rodrigo Duterte. Vor gut eineinhalb Wochen wurde mit dieser Aktion begonnen, wie uns die beiden Menschenrechtsaktivisten und missio-Projektpartner Schwester Crescencia „Cres“ Lucero und Pater Christian „Toots“ Buenafe bei ihrem Besuch im Haus der Weltkirche in München berichtet.

Die beiden Menschenrechtsaktivisten Schwester „Cres“ und Pater „Toots“ Ende September zu Gast bei missio München.

Alle Bischöfe hätten sich einer entsprechenden Initiative des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Socrates Villegas, angeschlossen. Unter Präsident Duterte steuere das Land in die Tyrannei, sagt Schwester „Cres“. Die Franziskanerin leitet die katholische Menschenrechtsorganisation „Task Force Detainees of the Philippines“ (TFDP).

Klima der Angst

Duterte strebe nach absoluter Macht und verbreite ein Klima der Angst. Das Justizsystem sei praktisch zusammengebrochen, Polizisten würden für Tötungen mit Gehaltszuschlägen belohnt.

Schwester „Cres“ und Father „Toots“ protestieren für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer Heimat.

Die TFDP dokumentiert nach eigenen Angaben Menschenrechtsverletzungen und gibt ihre Unterlagen an internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen weiter. TFDP-Vorstandsmitglied Christian „Toots“ Buenafe sagt, auch unter den fünf Regierungen seit dem Ende der Marcos-Diktatur seien Menschenrechte verletzt worden, „aber unter Duterte sind die Zahlen explodiert„. Der amtierende Präsident habe Folter und Tötungen institutionalisiert. Seinem „Anti Drogenkrieg“ sind schätzungsweise schon mehr als 13.000 Menschen zum Opfer gefallen. Inzwischen würden sogar Kinder getötet. Das habe letztlich auch die Bischöfe wachgerüttelt, betont der Karmelitenpater.

Menschenrechtsaktivisten werden eingeschüchtert und bedroht

Mutig stellen sie sich Präsident Duterte entgegen…

Immer mehr Bischöfe richteten in ihren Diözesen Rehabilitationsprogramme für Drogenkonsumenten ein, erzählt Schwester Cres. Sie gewährten Zeugen, die aussagen wollten, Schutz. Priester und Ordensleute hielten in den Häusern der Ermordeten mit den betroffenen Familien Totenwache und kümmerten sich um die Hinterbliebenen.

Pater Toots appelliert an die Kirchenverantwortlichen in Deutschland, sich öffentlich mit den Bischöfen auf den Philippinen zu solidarisieren, um sie zu stärken. Verteidiger der Menschenrechte würden immer häufiger eingeschüchtert und bedroht.

Appell an Kirchenverantwortliche in Deutschland

missio-Präsident Wolfgang Huber hat sich den Forderungen nach einem ausführlichen Gespräch mit den beiden Menschenrechtsaktivisten angeschlossen: „Wir müssen uns öffentlich dazu äußern. Das Morden muss jetzt ein Ende haben!“

Der missio-Chef betont: „Immer mehr Frauen und Männer protestieren auf den Philippinen friedlich gegen die mörderische Politik von Präsident Rodrigo Duterte. Sie erheben ihre Stimme – und bringen sich dadurch in große Gefahr. Es ist höchste Zeit für die internationale Gemeinschaft, diesen mutigen Menschen auf den Philippinen beizustehen. Verantwortliche in Politik und Kirche müssen sich mit den Gegnern dieser diktatorischen Regierung solidarisieren.“

(Quellen u.a. KNA)

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