Hoffnungsschimmer im Südsudan

Während es in der vergangenen Woche bei uns hier im Blog um das heruntergekommene „Hotel des Friedens“ in Togos Hauptstadt Lomé ging, handelt unser aktueller Beitrag von einem HOFFENTLICH bald echten Frieden: Im Südsudan schlossen die Kriegsparteien Mitte September vergangenen Jahres ein Friedensabkommen – wieder einmal. Doch im Gegensatz zu den vorhegehenden Pakten sind unsere Projektpartner in dem ostafrikanischen Land diesmal „vorsichtig zuversichtlich“, dass sich die Lage in dem Land dauerhaft stabilisieren könnte.

In dieser Woche hat uns Nothilfeberater Sebastian Kämpf hier bei missio München besucht. Er lebt und arbeitet seit fast zehn Jahren als Fachkraft der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) im Südsudan. Er wertet den aktuellen Friedensprozess „für die Verhältnisse im Südsudan weit fortgeschritten“.

Sebastian Kämpf im Gespräch mit missio-Auslandsreferentin Maya Schmitt.

Zerbrechlicher Frieden

Alle Kriegsparteien hätten jetzt ein großes Interesse daran, dass der Frieden hält, analysiert Kämpf die Situation. Durch den zwischenzeitlichen Fall des Ölpreises und eine Hyperinflation im Land seien sowohl die Regierung als auch die Rebellen „finanziell völlig ausgeblutet“. „Dazu kommt, dass auch die Nachbarländer wie Uganda und Äthiopien hinsichtlich des enormen Flüchtlingsstroms aus dem Südsudan an einem echten Friedensschluss höchst interessiert sind“. Allerdings weiß Kämpf, dass der Frieden sehr zerbrechlich ist. „Nur ein kleiner Funke kann ausreichen, um die Konflikte wieder flächendeckend beginnen zu lassen.“

Hier einige Bilder von Sebastian Kämpf aus seinem Einsatzort in der Diözese Wau. Sie zeigen Kriegsflüchtlinge, die in den Compounds der Kirchen Zuflucht gefunden haben:

Der Südsudan ist seit 2011 unabhängig. Hintergrund des seit Dezember 2013 andauerden blutigen Konflikts ist ein politischer Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir, der der Ethnie der Dinka angehört, und seinem Rivalen Riek Machar von der Ethnie der Nuer. Es geht um Macht und Einfluss und vor allem um die Kontrolle und die Verteilung der Erdölgewinne, die den Hauptanteil des Staatshaushaltes ausmachen. Im September 2018 einigten sich die beiden nach mehrmonatigen Verhandlungen schließlich auf das aktuelle Friedensabkommen.

Einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung unter anderem vom US-Außenministerium kamen im Krieg im Südsudan bislang nahezu 400.000 Menschen ums Leben. Nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe flohen mehr als 2,2 Millionen Menschen in Nachbarländer, weitere knapp zwei Millionen Menschen sind innerhalb des Südsudans auf der Flucht.

Bis zum nächsten Mal, Euer Team von missio for life

Facebooktwittermail
Facebooktwitterrssyoutube