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Internationaler Frauentag: Mit Blumen und Protest

im Gerichtssaal

Richter: Was würde für Sie das Wahlrecht bedeuten?

Frau: Ich dachte, wir kriegen das Wahlrecht nie. Deswegen habe ich nie überlegt, was es bedeutet.

Gelächter aus dem Publikum

Richter: Und wieso sind sie dann hier?

Frau stockend: Ich dachte, dass unsere Zukunft auch anders aussehen könnte.

Der neue Kinofilm „Suffragette – Taten statt Worte“ – aus dem diese kurze Szene stammt – handelt genau davon: Dem Wunsch nach Veränderung, dem Wunsch nach Gleichberechtigung. Am Beispiel der Wäscherin Maud Watts wird der Kampf der Suffragetten (englisch „suffrage“ = Wahlrecht) zu Beginn des 20. Jahrhunderts dargestellt. Diesen Frauenrechtlerinnen haben Großbritannien und die Vereinigten Staaten es zu verdanken, dass es dort heutzutage auch der weiblichen Hälfte der Bevölkerung erlaubt, ist zu wählen oder selbst für ein Amt zu kandidieren.

Heute erinnert nicht nur das Frauenwahlrecht an den mutigen wie systemumwälzenden Kampf der Suffragetten, sondern auch der Internationale Frauentag. Seine Geburtsstunde hatte er am Plakat Frauentag 1924 von Wikipedia28.Februar 1909 in den USA: An diesem Tag demonstrierten die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen (Suffragetten) gemeinsam mit den Sozialistinnen für ihr Wahlrecht. Begeistert von dieser Idee des Protests initiierte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin daraufhin die Einführung eines internationalen Frauentages.

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Ob Sie am 08.03. frei haben, erfahren Sie hier!

Dieser fand erstmals am  19. März 1911 statt. Heute wird er jedoch am 8.März begangen, da 1917 die Arbeiter-, Soldaten- und Bauernfrauen in Sankt Petersburg  an diesem Datum gestreikt und damit die Februarrevolution ausgelöst haben.

Heute hat dieser Tag in einigen Gegenden jedoch seine politische Kraft verloren. Stattdessen ist er zu einer Mischung aus Muttertag und Valentinstag avanciert. So schenken zum Beispiel italienische Männer ihrer Partnerin an diesem Tag gelbe Mimosen oder auch einen Mimosen-Kuchen.

In anderen Ländern hingegen ist der 8. März ein offizieller Feiertag. Wie auch in Burkina Faso: Zur Feier des Tages wird im Vorfeld extra ein Stoff mit Logo angefertigt, aus dem anschließend Kleider und Röcke hergestellt werden.

Kleid Burkina Faso
Extraanfertigung: Ein Kleid zum internationalen Frauentag in Burkina Faso.

In Pakistan ist der Internationale Frauentag zwar kein offizieller Feiertag, dafür aber ein bedeutendes Ereignis: Frauen im ganzen Land fordern ihr Recht auf Gleichberechtigung ein. Das dies kein ungefährliches Unterfangen ist, verdeutlicht nicht zuletzt die Geschichte der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Ihren mutigen Kampf hätte sie beinahe mit ihrem Leben bezahlt. Und dennoch kommen die Pakistanerinnen an diesem Tag zusammen, um sich bei verschiedensten Veranstaltungen für mehr Empowerment einzusetzen.

Plakat-Jugendaktion RÜCK
„Ich bleib doch nicht blöd!“ Pakistanische Mädchen und Frauen fordern ihr Recht auf Bildung ein. Erfahren Sie hier mehr!

Für Mama Regina und Sabina Rifat ist jeden Tag „International Women’s Day“. Die beiden setzen sich unermüdlich Tag für Tag für die Rechte von Frauen und Mädchen ein, auch wenn es so manchen lieber wäre, dass sie damit aufhören.

Doch Mama Regina stellt sich im Norden Tansanias mutig dem Kampf gegen die weibliche Beschneidung und andere gesellschaftlicher Traditionen, die Mädchen und Frauen unterdrücken. In Musoma hat sie mit Hilfe von missio-Spenden ein Heim für Mädchen eröffnet. Hier erhalten sie nicht nur Zuflucht, sondern auch eine Zukunft. Der Name des Heims ist Programm: „Jipe Moyo – Fass‘ Dir Dein Herz“.

Und auch Sabina Rifat, Direktorin des WAKE-Projekts (Women and Kids Education), gibt trotz manch widriger Umstände nicht auf. In der von ihr geleiteten Einrichtung in Lahore (Pakistan) erhalten Kinder – vor allem Mädchen – die Chance auf eine Ausbildung. Arbeitslose, ungebildete Frauen können an Berufsfördermaßnahmen teilnehmen. Ihr Motto ist bescheiden und motivierend zu gleich: „Ich kann nicht die Probleme der ganzen Welt lösen, aber ich kann versuchen, die Menschen glücklich zu machen.“

Beliebten Ausreden wie „Das bringt doch nichts!“ oder „Daran kann man eh nichts ändern!“ macht dieser Satz den Garaus. Denn jeder kann etwas dazu beitragen, sein Umfeld gerechter und damit glücklicher zu machen. Und hätten die Suffragetten und all die unzähligen Frauenrechtlerinnen nicht ebenfalls wie Sabina Rifat und Mama Regina gedacht, dürften vielleicht 50% der Bevölkerung bis heute keinen Stimmzettel abgeben – geschweige denn ihre Stimme erheben.

Wann war das nochmal? Finden Sie das richtige Datum, wenn es um Gleichberechtigung in Deutschland geht? Lösung hier auf Seite 6.

Doch trotz der großen Fortschritte in Sachen Gleichberechtigung, gibt es auch im globalem Norden noch viel zu tun. Denn noch immer verdienen in Deutschland Frauen deutlich weniger Geld als Männer. Im EU Durchschnitt beträgt die Gehaltslücke ca. 15 Prozent. In Deutschland sind es ca. 22 Prozent. Nur Zypern, Estland und die Slowakei schneiden noch schlechter bei der Lohngerechtigkeit ab. Bei der Rente sieht es noch schlechter aus: Hier liegt Deutschland im Vergleich aller OECD-Mitgliedstaaten ganz vorne. In keinem anderen Land ist der Unterschied zwischen den Renten von Männern und Frauen größer. Hier bekommen Frauen rund 45 Prozent weniger Rente als Männer und sind damit besonders häufig von Altersarmut bedroht. Um nur zwei Beispiel zu nennen.

Der Internationale Frauentag hat somit auch nach 105 Jahren nichts an Aktualität eingebüßt. Leider! Das Motto der Vereinten Nationen zum 8.3.2016 ist vielleicht auch deshalb als Aufruf formuliert. Ein Aufruf, der die Durchsetzung von Gleichberechtigung und damit auch der Agenda-2030-Ziele beschleunigen soll: “Planet 50-50 by 2030: Step It Up for Gender Equality”.

Herz FurchtlosPressekonferenz-Furchtlos-Mama-Regina-04aktion-furchtlos-plakat

Mama Regina und ihr unermüdlicher Einsatz für Frauenrechte stehen im Mittelpunkt der missio-Aktion „FURCHTLOS“.

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