missio for life auf Österreich-Mission

Österreich hieß unsere Mission zu Beginn der Herbstsaison. Zum Weltmissionsmonat hatten unsere Nachbarn dieses Jahr Indien als Beispielland gewählt. Da wir mit der Geschichte von Renu auch von Indien erzählen, hat missio Austria neben einigen Gästen aus Indien auch uns von missio for life eingeladen, um Schülerinnen und Schülern mit unserer interaktiven Ausstellung auf praktische Weise das Leben von Renu, Mercedes und Paulo näherzubringen.

 

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Die Tour führte uns über fünf Stationen durch die gesamte Alpenrepublik: Linz, Salzburg, Neusiedl am See, Hollabrunn und Wien. Gestartet sind wir in Oberösterreich. Unser erster Einsatzort war das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz, wo wir die Ausstellung im Foyer aufgebaut haben. Eine ganze Woche lang waren Klassen verschiedener Schulen eingeladen missio for life zu besuchen und das Leben von Renu, Mercedes und Paulo kennen zu lernen.

Als die Klassen das Foyer des Krankenhauses betraten, stand zunächst Skepsis auf den Gesichtern der Jugendlichen geschrieben. Viele wussten erst nicht so genau, was sie erwartet. An einer Ausstellung hängen bei Schülerinnen und Schülern oft nicht sehr große Erwartungen: Was anschauen und etwas dazu durchlesen. Wie langweilig…

Als sie jedoch die QR-Codes und die doch recht eigenwillig anmutenden Ausstellungsgegenstände wie zum Beispiel die Toilette oder die indische Küche erblickten, wichen ihre Vorbehalte langsam, denn die Aufmachung ließ vermuten, dass es vielleicht doch ganz interessant werden könnte.

Als sie dann auch noch die Tablets zu Gesicht bekamen, mit denen sie gleich die Geschichten der drei Protagonisten erleben würden, zeigte das Stimmungsbarometer vor allem eines: Spannung und Vorfreude. Und vor allem die Buben konnten es dann oft kaum noch erwarten loszulegen. Nach einer kurzer Einführung hieß es als dann auch endlich: „Auf geht’s nach Indien und auf die Philippinen“.

Salzburg war unsere zweite Station. Zu Gast waren wir dort im Borromäum, einem Gymnasium am Rande des Kapuzinerberges. Wie auch in Linz waren wir hier eine Woche eingeladen, um die Schülerinnen und Schüler in die Rolle unserer drei Protagonisten schlüpfen zu lassen. Eine Klasse war sogar extra aus Tirol angereist, um unsere Ausstellung zu erleben. Einfach toll!

An einem Tag war auch die Schwester Aruna aus Indien mit dabei, die gerade ebenfalls durch Österreich tourte und an Schulen ihre Erfahrungen zum Thema Diskriminierung von Frauen teilte. Sie beschreibt die dramatische Situation der Frauen in Indien, die dort oft als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, weil sie als Belastung für die Familie gelten. Durch diese persönlichen Schilderungen war die Thematik für die Schülerinnen und Schüler plötzlich gar nicht mehr so weit weg. Der Dialog machte das ganze zusätzlich greifbar und nahbarer.

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Besonders beeindruckend war, wie plötzlich die Hemmungen fielen auf Englisch zu sprechen. Dabei ist der indische Akzent nicht einfach zu verstehen. Dennoch versuchten die meisten Schülerinnen und Schüler gleich direkt mit der Schwester zu kommunizieren und Fragen zu stellen, ohne dass die Begleitung für den Gast erst alles übersetzen musste. Das Interesse war einfach größer als die Angst. Klasse!

So kam man also ganz praktisch nochmal ins Gespräch zum Stand und Rolle der Frau in Indien, was eben auch in unserer Ausstellung vorher thematisiert wurde.

Die dritte Woche verschlug missio for life dann ins Burgenland nach Neusiedl am See nahe der ungarischen Grenze. Ziel war die Klosterschule für Mädchen. Auch hier wurden wir herzlichst empfangen. Zu Gast waren nicht nur die 8. Klassen des Hauses, sondern auch Oberstufen aus benachbarten Schulen. Auch bei denen stießen wir auf viel positive Rückmeldung.

Die Ausstellung ist also nicht nur für jüngere Klassen gedacht. Im Gegenteil. Die regen Diskussionen im Anschluss der virtuellen Tour durch die drei Geschichten zeigen immer wieder, dass die in unsere Ausstellung angesprochenen Thematiken Straßenkinder, Zwangsprostitution und Rolle der Frauen in Indien gerade ältere Semester zum Nachdenken anregen und Selbstverständlichkeiten in ihrer Lebenswelt hinterfragen lassen. Das freut uns natürlich besonders. Denn genau dies ist ein Ziel dieser Ausstellung: Hinterfragen und den Ursachen der schlechten Lebensumstände auf die Spur kommen, die teils sehr komplexe Zusammenhänge aufweisen. Aber natürlich wollen wir auch dazu anregen weiterzudenken und mögliche Lösungswege aufzeigen, bzw. erarbeiten lassen.

mfl-austria-65Für einen Einsatz verschlug es uns noch kurzfristig nach Hollabrunn in Niederösterreich, wo wir einen Tag die 8. Klassen der Neuen Mittelschule zu Gast hatten. Hier waren die drei Geschichten in der Aula aufgebaut, die nicht nur vor Schulbeginn einen großen Auflauf beherbergt, sondern auch in der Pause einen ordentlichen Durchlauf hat.

Eine Ausstellung aus heiterem Himmel mitten im Schulgebäude, das weckt natürlich Interesse. Leider mussten wir oft traurig mitteilen, dass diesmal nur alle 8. Klassen die Ausstellung interaktiv besuchen würden. Also mussten wir alle anderen auf ein nächstes Mal vertrösten. Trotzdem lasen sich viele Schülerinnen und Schüler erstaunt die Informationen zu den Geschichten an den Stellwänden durch. Und natürlich zogen auch die Gegenstände Aufmerksamkeit auf sich. Allen voran unser „Müllberg“, der auf ein besonderes Interesse stieß. Hier muss man in der Rolle des Paulo in eine Box greifen und Gegenstände ertasten, die man dann an der Stellwand abscannen muss, um sie zu verkaufen. Aber auch ohne das technische Feature hatte der ominöse Kasten mit den drei Greiflöchern eine große Anziehungskraft.

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Zu guter Letzt durften wir uns in Wien die Ehre geben. Im Hauptquartier von missio Austria mitten im Stadtzentrum von Wien bestritten wir das große Finale unserer vierwöchigen Österreich-Tour. Es war viel los: Neben den Schulklassen, die uns in der Zentrale besuchen kamen, war auch zu einer Pressekonferenz geladen worden. Dort berichteten Gäste aus Indien von ihrer Arbeit und stellten sich den Fragen der Journalisten. Am Schluss wurde dann noch dem indischen Pater Matthew die Ausstellung auf Englisch vorgestellt. Er zeigte sich im Anschluss begeistert. Endlich mal praktische Bildungsarbeit auf einem Niveau, das die Jugend anspricht.

Alles in allem eine wirklich tolle Tour, die wir in Österreich unternehmen durften. Mit riesigen Begegnungen und beherztem Engagement von allen Seiten. Und ein toller Abschluss für eine rundum gelungene Tournee. Wir sagen danke!!!

 

 

© Hubertl, Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)
WIEN – Donau City                                                                 © Hubertl, Wikimedia Commons (CC-BY-SA 4.0)

 

 

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