missio for life LIVE: ein Besuch in der Ausstellung

Wie läuft die interaktive Ausstellung missio for life eigentlich ab?

Dass missio for life keine Ausstellung im klassischen Sinn ist, wird nach kurzer Zeit klar. Erst fallen die großen Stellwände ins Auge. Dann sind viele Gegenstände mit Scan-Codes zu sehen und ein Computer steht auch im Raum. Irgendwas mit Technik vermutet man schon.

Mit Tablets die Problematik von Mitgift in Indien erkennen - eine wirklich interaktive Ausstellung © missio
Mit Tablets die Problematik von Mitgift in Indien erkennen – eine wirklich interaktive Ausstellung © missio

Herr Homey, missio-Bildungsreferent, erklärt der Klasse dann gleich zu Beginn: „Ihr kriegt jetzt in Kleingruppen iPads in die Hand. Darauf läuft unsere App und ihr spielt euch damit durch die Ausstellung.“ Das weckt sofort das Interesse der Jugendlichen und motiviert immer.

Die Handhabung der Tablets braucht meistens keine weitere Erklärung. Die „Digital Natives“ (die Generation, die mit Computern aufgewachsen sind) kennen sich damit aus oder sie probieren es einfach. Der erste QR-Code ist schnell gefunden und gescannt. Die Gruppen sind eingeloggt und es kann losgehen. Der Computer steuert den Ablauf und schickt jedes Team an die richtige Station.

Die Geschichten von Paulo und Mercedes auf den Philippinen und Renu in Indien werden erzählt. An jeder Station gibt es nach einem kurzen Video dann jeweils eine Aufgabe zu lösen. Zum Beispiel muss vor der arrangierten Ehe in Indien die Mitgift verhandelt werden oder die Zutaten für indisches Lamm-Curry müssen in der richtigen Reihenfolge eingescannt werden. Und damit es noch spannender wird, gibt es auch Punkte zu holen. Parallel zum Spiel läuft der aktuelle Highscore aller Gruppen mit.

Reale Geschichten aus Indien und den Philippinen

Es sind serious games, Spiele mit ernstem Inhalt. Die Themen sind keine leichten: Zwangsprostitution, Mitgiftmord und sexueller Missbrauch im Gefängnis. Jede der Geschichten hängt mit Projektpartnern von missio zusammen. Es gibt Fotos zu sehen, die z. B. das Frauenhaus in Lucknow zeigen, in dem misshandelte Frauen Zuflucht finden.

In unseren Dokumentarclips „5 Clips of BROKEN BANGLES“ (Gratis-DVD bestellen) erzählen fünf Frauen aus Lucknow ihre Geschichten:

Das hier sind echte Berichte, hier ist nichts erfunden. Das berührt und bringt zum Nachdenken. Diese Eindrücke können nach dem Spielerlebnis ausgetauscht und reflektiert werden. In der anschließenden Nachbesprechung werden die Themen vertieft und mit der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen in Verbindung gebracht.

Game App, Facebook und Postkarten zur Nachbereitung

Es soll auch deutlich werden, dass sich Engagement lohnt und dass jeder und jede dabei gefragt ist. In der abschließenden Mitmachaktion können die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Wir sammeln Postkarten mit guten Wünschen für Paulo, Renu und Mercedes. Beim nächsten Besuch von missio-MitarbeiterInnen werden diese vor Ort in die Projekte mitgebracht. Natürlich werden die Karten auf Englisch geschrieben, es soll ja auch verstanden werden.

Renu und die Sari RevolutionNach 90 Minuten ist der Besuch in der Ausstellung dann vorbei. Es hat allen Spaß gemacht, aber es ist auch die Betroffenheit zu spüren. Zum Weiterspielen gibt es den Flyer für unsere neue App mit auf den Weg (Schüler-Game App „Renu und die Sari Revolution“) und wer mag, darf zum Abschluss ein Selfie in der Ausstellung machen. Die besten Fotos und Spielergebnisse gibt es dann immer auf unserer Facebook-Seite zu sehen.

 

 

 

Von Marion Roppelt und Magdalena Dobler

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