Neuer Name für das Land des Königs

Die überlieferten Zahlen lesen sich beunruhigend: Jeder Dritte trägt das HI-Virus in sich, fast ein Viertel der 1,4 Millionen Einwohner sind Waisen, das Durchschnittsalter beträgt 20 Jahre. Zwei Drittel der Menschen leben unter der Armutsgrenze – Aber Zahlen bedeuten nicht viel in einem Land, in dem aktuelle Informationen rar und statistische Erhebungen eine Seltenheit sind. In einem Land, in dem die Menschen von der Gunst ihres Königs abhängig sind.

Für unseren heutigen Blogbeitrag reisen wir in Gedanken in ein Land, das bis vor kurzem noch Swasiland hieß… An seinem Geburtstag im April 2018 verkündete König Mswati III. die offizielle Umbenennung Swasilands in seinen ursprünglichen Namen eSwatini. In der Landessprache siSwati bedeutet dies „Land der Swasi“.

Fingerabdruck mit der Flagge von eSwatini

Swasiland, ein Relikt aus der Zeit des britischen Protektorats, wurde damit anlässlich des 50. Jahrestages zur Unabhängigkeit im September 2018 offiziell getilgt. Die Ankündigung stieß bei Vertretern der Opposition auf Widerwillen. Sie werfen König Mswati III. vor, die Entscheidung undemokratisch getroffen und zur Selbstverherrlichung missbraucht
zu haben.

Mswati III. regiert das Land mit absoluter Macht. Politische Parteien sind laut Verfassung verboten und Teile des Parlaments werden nach wie vor ohne Wahlen vom Monarchen bestimmt. Den leeren Staatskassen steht ein stattliches königliches Privatvermögen gegenüber.

Das verkrustete soziale Gefüge aufzubrechen, sei eine Grundvoraussetzung um etwas zu verändern, verlautet aus Kirchenkreisen. Durch Bildung und Aufklärung könnte sich langsam eine mündige Zivilgesellschaft entwickeln.

Die kirchlichen Institutionen befinden sich nicht unter königlicher Kontrolle. Trotzdem sind auch sie der Gängelei durch Polizei und Geheimdienst ausgesetzt. Das wiederum behindert den ohnehin schwierigen Kampf gegen Arbeitslosigkeit, Alkohol- und Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt und Aberglaube. Die Menschen müssten lernen ‚wir’ zu sagen, konstatiert ein Kirchenvertreter, mit dem unsere Kollegin Sophie Kratzer vom missio magazin gesprochen hat. Noch sei kein Wandel absehbar. Daran wird auch ein neuer Name nichts ändern.

In der nächsten Woche stellen wir Euch unser diesjähriges Partnerland zu unserer großen Aktion – dem Monat der Weltmission im Oktober – vor. Ein kleiner Tipp…wir begeben uns ins Land unserer missio-for-life-Protagonistin Renu!

Bis dahin,
Euer Team von missio for life

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