Stoppt Dutertes Anti-Drogen-Krieg!

Seit mehr als eineinhalb Jahren führt die Polizei auf den Philippinen auf oberste Anweisung von Präsident Rodrigo Duterte einen mörderischen Krieg gegen Drogenkriminelle. Offiziellen Angaben zufolge töteten Polizisten bisher fast 4000 Menschen, Menschenrechtler gehen jedoch von einem Vielfachen aus.

Bruder Jaazeal Jakosalem zu Gast im Haus der Weltkirche bei missio München.

„Natürlich muss das Drogenproblem auf den Philippinen angepackt werden. Aber doch um Himmels Willen nicht auf diese Weise“, betont missio-Projektpartner Bruder Jaazeal Jakosalem bei einem Treffen im Haus der Weltkirche bei missio in München. Er ist wie viele seiner Landsleute entsetzt über das Vorgehen des Präsidenten. Sätze wie „Es gibt drei Millionen Drogenabhängige auf den Philippinen und ich wäre glücklich, sie abschlachten zu können“, die Duterte vor laufenden Fernsehkameras von sich gibt, bringen ihn an den Rand der Verzweiflung.

„Dutertes Weg ist schrecklich, grausam und moralisch zutiefst verwerflich“, kritisiert Bruder Jaazeal. „Er mulitpliziert damit die sozialen Probleme im Land nur, anstatt sie zu lösen. Die mächtigen Drogenhändler treiben weiter ihr Unwesen. Die Leidtragenden sind die ärmste Bevölkerungsschicht und unschuldige Bürger.“

Erschreckend findet er, dass so viele Menschen auf den Philippinen Rodrigo Duterte unterstützen und seine Anti-Drogen-Politik gut heißen – ganz nach dem Motto „Der unternimmt wenigstens was gegen die Drobenprobleme.“ Mit verschiedenen Kunstaktionen und Streetart versucht Jaazeal Jakosalem – der auch als Künstler und Autor arbeitet – in den Straßen seiner Heimat auf die Folgen von Dutertes Politik aufmerksam zu machen und die Menschen aufzurütteln.

„Mother of life“ – entworfen von Bruder Jaazeal.

Unter anderem hat er ein Madonnen-Bild entworfen, eine „Mother of life“, in deren Herzen ein getöteter Mensch zu sehen ist – stellvertretend für all die  mutmaßlichen Drogenkriminellen, die durch Dutertes Maßnahmen ums Leben kamen. Sie soll mahnen gegen das Töten und erinnern an die Hinterbliebenen.

„Ich versuche mit der Kampagne den Menschen klar zu machen, dass es durch Dutertes Politik am Ende noch mehr Opfer gibt, dass sich die Zustände verschlechtern statt verbessern.“ Bruder Jaazeal wirbt mit seinen Aktionen zugleich für den Weg der Kirche im Kampf gegen die Drogenkriminalität. „Wir müssen den Abhängigen helfen, statt sie zu bekämpfen“, betont er.

Ausbildungsprojekt für drogenabhängige Frauen auf der philippinsischen Insel Cebu.

Die katholische Kirche hat dazu verschiedene Programme ins Leben gerufen, die die Betroffenen unterstützen und sie auf ihrem Weg weg von den Drogen rundum begleiten. Zudem gibt es verschiedene Ausbildungsprogramme, die den Menschen dabei helfen, nach ihrem Ausstieg aus der Drogenkriminalität ein selbstständiges Leben zu führen.

Ganz aktuell haben missio-Projektpartner gemeinsam mit der philippinsichen Dokumentarfilmerin Ditsi Carolino und mit der finanziellen Unterstützungvon missio München einen kurzen Dokumentarfilm verwirklicht, der über die sogenannten Extra Judical Killings (EJKs) – die Tötungen im Anti-Drogen Krieg – und die Konsequenzen für die philippinische Gesellschaft aufklären soll. Das knapp 13-minütige Video zeigt, wie die Menschen unter dieser grausamen Politik Dutertes leiden. Hier das Video:

Das große gemeinsame Ziel der missio-Projektpartner auf den Philippinen ist klar: „Stoppt Dutertes Anti-Drogen-Krieg!“

 

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