Sunitas Kampf für ihr Studium

Sunita (21 Jahre) aus dem nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh hatte den Mut, sich von nichts und niemandem von ihrem Traum vom Wirtschaftsstudium abbringen zu lassen. Die ganze Geschichte von Sunita findet ihr auf unserem neuen Lernplakat >> zu missio und  Indien.

 

Ein Interview mit Sunita

Sunita aus Indien wehrt sich gegen Frauendiskriminierung. (c) missio
Sunita aus Indien wehrt sich gegen Frauendiskriminierung. (c) missio

Du hattest immer gute Noten. Warum konntest du nach der Schule nicht beginnen zu studieren?

Ich war 17, als ich verheiratet wurde. In den ersten drei Monaten meiner Ehe war mein Mann gut zu mir. Als dann aber mein Vater gestorben ist, fing er an, grob zu werden. Mein Mann schlug und schimpfte mich. Er erlaubte mir nicht, an die Uni zu gehen. „Was willst du noch? Frauen müssen nichts können“, hat er einmal geschrien.

Aber du hast dich nicht unterkriegen lassen! Wie hast du es geschafft, trotzdem zu studieren?

Nach einem Jahr mit meinem Mann ging ich zu meiner Mutter zurück und lebte bei ihr. Um mein Wirtschaftsstudium zu finanzieren, habe ich nebenher zwei Jahre lang an einer Grundschule unterrichtet und Kindern Nachhilfe gegeben. Am Ende habe ich alle Prüfungen bestanden. Ich bin die erste aus meinem Dorf, die einen Uni-Abschluss hat.

Hat sich denn die viele Mühe gelohnt?

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Eine gezeichnete Sunita für das missio-Lernplakat (c) missio

Als ich meinen Bachelor hatte, war ich sehr glücklich. Dann kamen mein Mann und mein Schwiegervater, um mich abzuholen. „Ab jetzt musst du bei uns leben“, sagten sie. Ich wollte nicht. Doch meine Mutter zwang mich dazu. „Du bist verheiratet und musst mit deinem Mann leben“, rief sie. Gleich nach dem Umzug fing er wieder an, sich zu betrinken und grob zu werden. Er schlug seine Eltern, die ich eigentlich gerne mag, und prügelte auch mich grün und blau. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Zwei Wochen später bin ich weggelaufen.

Wie hast du dich danach denn weiterdurchgeschlagen? Hast du in irgendeiner Form Unterstützung bekommen?

Ich habe die Familie meines Mannes um Unterstützung gebeten, aber niemand hat mir geholfen. Niemand von der Familie und niemand von meinen Freunden, ich stand plötzlich völlig allein da. Aber zurück zu ihm wollte ich ganz bestimmt nicht! Ich habe vier Jahre lang versucht, mich anzupassen und mich zu fügen. Auch das wollte ich nicht mehr! Deswegen bin ich schließlich zu den Schwestern vom Navjagriti-Haus für Frauen gegangen.

 

Ein Video-Interview mit Sunita findet ihr hier: 

 

 

missio-Projekt in Indien: Das Navjagriti-Heim

Starke Unterstützung für starke Frauen im Navjagriti-Haus

Die Franziskaner-Schwestern vom Navjagriti-Haus in der nordindischen Großstadt Lucknow unterstützen Frauen wie Sunita – Frauen, die Missbrauch und Gewalt nicht mehr länger hinnehmen wollen. missio hat das Navjagriti-Haus mitfinanziert. Schwester Priska, Projektmanagerin des Navjagriti-Hauses für Frauen:

Schwester Priska, Projektmanagerin im Navjagriti-Haus (c) missio
Schwester Priska, Projektmanagerin im Navjagriti-Haus

„Wir schaffen ein gesundes und geschütztes Umfeld, in dem sich die Frauen erholen können und gesund werden. Gott liebt und rettet uns schließlich alle. Er hat mich und die anderen Schwestern hierher gerufen, um seine Liebe an die weiterzugeben, die sie brauchen.“

„Wir helfen Frauen vor Gericht. Unsere Anwälte unterstützen Missbrauchsopfer bei Scheidungen und sorgen dafür, dass Vergewaltiger bestraft werden.“

„Wir bilden Selbstbewusstsein in den Frauen aus, damit sie Gewalt in Zukunft nicht mehr hinnehmen. Vor Gott ist schließlich jeder und jede gleich – niemand darf verprügelt oder vergewaltigt werden!“

„Alle Frauen lernen bei uns Lesen und Schreiben. Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben! Auch gebildete Frauen können sich bei uns weiterentwickeln, damit sie später zum Beispiel einmal studieren können.“

 

Bestellt euch ein Exemplar des missio-Lernplakats und Poster anderer katholischer Hilfswerke: bildung-muenchen@missio.de

 

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