Voller Sand, doch außer Lebensgefahr

Zwei Goldgräber aus Pama/Burkina Faso sind noch schmutzig von ihrer Arbeit © Jörg Böhtling

Gerade waren die beiden jungen Männer aus dem westafrikanischen Land Burkina Faso noch lebensgefährliche dreißig Meter unter der Erde und haben nach Gold gegraben. Deswegen sind sie voller Dreck und Sand. Samuel Bouguouma ist einer dieser Goldgräber. Vor etwas mehr als einem Jahr hörte der 27-Jährige in seinem Heimatdorf zum ersten Mal: „Geh nach Pama. Dort gibt es Gold. Dann wirst du reich.“ Heute ist Samuel dort Chef einer „Equipe“, wie er es nennt. Acht weitere Jungen arbeiten für ihn. „Was bleibt uns übrig“, sagt er. „Wir müssen eben hart arbeiten, wenn es sonst kein Leben gibt.“

 

Ein Zehnjähriger befüftet den Gold-Schacht in Pama/Burkina Faso mit einem Wedel © Jörg Böhtling

Dabei ist das Goldgraben lebensgefährlich. Wenn der gerade einmal zehnjährige Issaka Zongo nicht aufpasst, werden seine Kammeraden vielleicht ersticken. Issaka wedelt mit einem großen Stück Plastikplane durch die Luft, das von einem leeren Reissack stammt. Vor ihm ist der Eingang in den Stollen. Dort unten ist es dunkel, und der Sauerstoff ist schnell verbraucht. Issaka muss den Gold-Schacht mit dem Wedel belüften. 

 

missio-Partner Abbé Jacob Lompo (rechts) kümmert sich um Schulen in der Goldgräber-Region Pama/Burkina Faso © Jörg Böhtling

„Kein Geld“. Das ist der Grund, den Priester Lompo immer hört, wenn er fragt, warum die Menschen das hohe Risiko in den Goldminen auf sich nehmen. Die katholische Kirche hat in der Region eine Reihe von Schulen erweitert oder sogar neu gebaut. „Wir müssen den Menschen eine Schulbildung ermöglichen, damit sie einen besseren Beruf erlernen können.“ missio München unterstützt die Schulen finanziell. Außerdem fordert missio, dass die Leute vor Ort an den Gewinnen aus dem Rohstoffhandel teilhaben. Jacob Lombo weiß:   „Staatliches Geld für Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser oder Straßen wäre dann vorhanden, wenn die Regierung die örtlichen Gemeinden und Behörden an den Einkünften aus den Rohstoffgeschäften mit ausländischen Konzernen beteiligen würde. Aber das passiert immer noch viel zu selten!“

Die gesamte Reportage zu den Goldgräbern aus Burkina Faso von missio-magazin-Redakteur Christian Selbherr findet ihr hier >>

 

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