Welche Länder waren am Bau dieses Denkmals beteiligt?

Welche Länder waren am Bau dieses Denkmals beteiligt?

a) Senegal b) Nordkorea c) UdSSR

Fotos: © FRIEDRICH STARK

Am beim Bau dieses Denkmals waren alle drei Staaten –

in unterschiedlicher Art und Weise –  beteiligt:

a) Senegal: Das „Denkmal der afrikanischen Wiedergeburt“ wurde am 4. April 2010 in Dakar eingeweiht. Es steht an der äußersten Westspitze der senegalesischen Hauptstadt und damit auch am westlichsten Punkt ganz Afrikas.

Das „Monument de la Renaissance africaine“ sollte eigentlich ein Touristenmagnet werden.

Der Standort ist nicht zufällig gewählt, wenn es nach dem architektonischen Berater des Präsidenten geht: „Die Idee ist, dass eine afrikanische Familie dem Vulkan entsteigt und triumphierend nach Amerika blickt, wo sie versklavt worden war.“ Und tatsächlich stehen der düster blickende Mann, die fast nackte Frau, die ihm bedingungslos zu folgen scheint, und das energisch nach Westen zeigende Kind auf einem echten Vulkan, der der 49 Meter hohen Statue als Sockel dient. Im inneren des Denkmals befinden sich ein Multimedia-Zentrum und eine Aussichtsterrasse in der Kopfbedeckung des Mannes, die bequem mit dem Aufzug zu erreichen ist.

Bettelnde Strassenkinder in Dakar (Senegal).

Erbaut wurden die Figuren vom damals noch amtierenden Präsidenten Wade (2000-2012), der aufgrund seiner Vorliebe für Prestigeprojekte immer wieder für negative Schlagzeilen sorgte. Dieses hier soll  ca. 20 Millionen Euro gekostet haben – Finanzierung intransparent . Fest steht jedoch, dass die Baukosten in einem Land, in dem knapp die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt, sinnvoller eingesetzt hätten werden können.  Gewählt wurde Wade im Jahr 2000 allerdings für sein Modernisierungsprogramm, das das Land wirtschaftlich, sozial und kulturell voranbringen sollte.

b) Nordkorea:

Das senegalesische Denkmal wurde von einem nordkoreanischen Staatsunternehmen gebaut. Rund 100 nordkoreanische Bauarbeiter und Ingenieure von Mansudae Overseas Projects (MOP) errichteten aus Stahl, Beton und Bronzeplatten das „Denkmal der afrikanischen Wiedergeburt“. Sie wohnten in einer Barackensiedlung unterhalb des Vulkanhügels auf dem von Soldaten bewachten und abgeriegelten Baugelände. Außer dem Vertreter des Mansudae Overseas Projects in Dakar war es keinem der koreanischen Mitarbeiter erlaubt, sich frei in Hauptstadt zu bewegen.

Blick auf den Atlantik: Das „Denkmal der afrikanischen Wiedergebut“ steht an der Westspitze Afrikas.

c) UdSSR

Die UdSSR war nur indirekt an dem Bau des Monuments beteiligt. So ähnelt der Stil des Denkmals stark dem sozialistischen Realismus, der etwa ab Anfang der 1930er Jahre der offiziell propagierte Kunststil in der Sowjetunion war. Man versuchte Romantik und Realismus zu vereinen, um eine neue, ideologisch begründete Darstellungsform mit starker Wirklichkeitsnähe und positivem Geist zu erhalten.

Doch woher stammt der sozialistische Einfluss? Erdacht wurde die Figurengruppe wohl  von Ex-Präsident Wade, geplant vom senegalesischen Architekten Pierre Goudiaby, gebaut von einem nordkoreanischen Staatsunternehmen. Somit kommen alle drei beteiligten Personen in Frage: Denn sowohl der Senegal (1960-1980) als auch Nordkorea (seit 1948)  haben eine sozialistische Vergangenheit bzw. Gegenwart.

Ganz und gar nicht im Stil des sozialistischen Realismus:
Fischerboote am Strand von Dakar (Senegal).

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