Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

Wir bringen Euch heute direkt ein Projekt auf den Philippinen, das bei unserer interaktiven Ausstellung missio for life eine große Rolle spielt: Zu PREDA auf der philippinischen Insel Luzon nach Olongapo. Genau in das Kinderschutzprojekt, in dem auch der Straßenjunge Paulo aus unserer missio-for-life-Geschichte Hilfe findet.

Kathi Holdenried arbeitet für mehrere Wochen bei Preda auf den Philippinen.

Die PREDA-Stiftung wurde 1974 von Father Shay Cullen gegründet. PREDA bietet drogenabhängigen, missbrauchten oder ins kriminelle Milieu abgerutschten Kindern und Jugendlichen Schutz. In Rehabilitationszentren werden ihre körperlichen und seelischen Wunden behandelt. Sie bekommen professionelle Therapeuten an die Seite gestellt und machen eine Berufsausbildung.

Für mehrere Wochen als  Freiwillige bei PREDA auf den Philippinen ist gerade Katharina Holdenried. Wir haben die 21-Jährige gebeten, für uns ihre Erlebnisse als Volontärin in dem großartigen Projekt aufzuschreiben und einige Bilder zu schicken. Hier die Fotos… und ihre Erfahrungen:

„Während wir gekonnt durch den Verkehr von Manila gelotst werden, werfe ich einen Blick auf John auf dem Sitz im Kleinbus neben mir. Sein sogenannter Home-Visit steht bevor, er ist überhaupt nicht begeistert gleich seine Tante zu besuchen. Der 15-Jährige verrät mir, dass er viel lieber bei PREDA bleiben will, als zurück nach Hause zu müssen. Er ist einer von aktuell 33 Jungs, für die PREDA mehr als ein Ort der therapeutischen Hilfe ist, sondern auch ein Zuhause mit vielen neuen Freundschaften. „Home-Visits“ sind dazu da, die Beziehung zwischen dem jeweiligen Vormund und den Kindern zu untersuchen. In unserem Fall läuft es sehr friedlich ab, somit kann John in wenigen Wochen nach einem halben Jahr bei PREDA wieder zu seiner Familie zurück.

Kathi mit den Jungs von PREDA…

Einer unserer vielen Stopps in Manila ist heute unter anderem das Marikina Gefängnis. Wir werden einmal durch das Gefängnis geführt, laut Mitarbeiter sind es derzeit fast 100 Jungs, die hier in Marikina, im Jugendgefängnis, sitzen. Ein weiterer Junge ist bereit für seine Abholung. Er ist erst zehn Jahre alt, was mich persönlich schockiert. Seine Eltern werden uns zurück nach Olongapo in das PREDA „Home for Boys“ begleiten. PREDA bietet den Eltern oder Verwandten Besuche an, um ihr Kind sehen zu können. Zusammen fahren wir zurück nach Olongapo. Es ist ein Tag, der mir persönlich klar macht, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin. Ein Tag wie dieser bleibt mir für immer im Gedächtnis.

Im PREDA „Home for girls“ werden wir am nächsten Morgen freudig begrüßt und umarmt. Es ist jedes Mal ein schönes Gefühl gebraucht zu werden. So helfen wir häufig den Mädchen bei ihren Hausaufgaben oder hören einfach nur zu, was ihnen auf dem Herzen liegt. Als Volontärin habe ich täglich eine Stunde, in der ich mit den Kindern eine Aktivität machen darf. Heute habe ich eine Yoga-Stunde vorbereitet. Es ist unglaublich schön zu beobachten wie viel diese Kinder dabei lachen und sichtlich Spaß dabei haben. Sie sind so motiviert dabei und strengen sich so an, dass ich beschließe, nun öfter Yogaübungen mit ihnen zu machen.

…Kathi bei „ihrer“ Yoga-Stunde…

Etwas später gehe ich zu einer Therapiestunde, im Nebengebäude mit. Diese Therapiestunde hilft den aktuell 44 Mädchen ihr Erlebtes besser verarbeiten zu können. Sie dürfen in dieser Zeit all ihren Emotionen freien Lauf lassen, das heißt weinen, schreien oder einfach in die extra dafür angebrachten Matten an den Wänden schlagen – wonach ihnen eben ist.

In dieser Stunde weint ein Mädchen bitterlich vor sich hin und kann sich nur schwer wieder beruhigen. Sie redet mit der ausgebildeten Mitarbeiterin von PREDA über ihre aktuellen Sorgen und Ängste auf Tagalog, der am weitesten verbreiteten Sprache auf den Philippinen. Das Mädchen beruhigt sich wieder und hinterher erfahre ich, dass sie um ihre Mutter trauert. Das zeigt mir wiedermal wie stark diese Mädchen sind, sie müssen in so jungen Jahren mit echten Problemen kämpfen.

…und beim Karate-Training.

Am späten Nachmittag kommt der Karate–Lehrer. Wöchentlich bekommen die Mädchen und Jungen Karate-Stunden, um sich unter anderem selbst verteidigen zu können. So oft wir Volontäre können, machen wir mit, das freut die Kinder besonders. Gegen Abend verlassen wir das „Victoria’s Children Home“ und reflektieren gemeinsam den Tag.

Es ist eine unglaublich erfüllende Arbeit bei PREDA. Wir bringen die Kinder täglich zum Lachen, tanzen und machen Musik zusammen, spenden egal wann Trost oder erfahren traurige Geschichten. Wir sind wie große Schwestern und dabei eine helfende Kraft für PREDA.“

Danke liebe Kathi für Deine Schilderungen! Wenn Ihr Fragen an Kathi habt, schreibt gerne einfach an online@missio.de

Bis nächste Woche!

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