Als Redakteur Christian Selbherr im Tschad unterwegs war, dachte noch niemand an Corona. Für die Ausgabe 4/2020 des missio magazins hat er nachgehakt: Während die Menschen dieses Jahr auf eine günstige Regenzeit hoffen, müssen sie sich gegen die Pandemie rüsten. Ebenso Chefredakteurin Barbara Brustlein. Sie war Anfang des Jahres im Niger - einem unserer diesjährigen Beispielländer im Monat der Weltmission im Oktober - zu Gast und ordnet das Erlebte vor dem Hintergrund der aktuellen Situation neu ein. Ansonsten gibt es im neuen Heft unter anderem Bildungsmaterialien für die Corona-Zeit zu entdecken und Infos zur momentanen Lage der Christen in China.

Zehn von zwölf Monate im Jahr prägt Trockenheit die Provinz Guéra im Zentrum des Tschad. Doch "Manchmal ist die Wüste grün", denn zur Regenzeit verwandelt sich das Land. Dann bleiben den Menschen wenige Wochen, um zu säen, zu pflanzen und zu ernten – und genügend Vorräte anzulegen, damit sie für den Rest des Jahres reichen. Aber was, wenn ein Virus kommt und alle Pläne durcheinanderwirbelt? In Guéra etwa kommt ein Arzt auf 77 774 Einwohner. Als missio magazin-Redakteur Christian Selbherr hatte die kleine katholische Krankenstation unter Leitung von Matthieu Issa gerade einige neue Behandlungsräume gebaut, in denen es unter anderem eine Beratung für schwangere Frauen gibt. Während die Menschen dieses Jahr auf eine günstige Regenzeit hoffen, müssen sie sich gegen die Pandemie rüsten. Anfang Mai 2020 hatte Tschad wenige hundert Fälle und eine zweistellige Zahl Tote zu beklagen. Im Vergleich zu Malaria ist die Bedrohung durch das Coronavirus noch wenig greifbar.

Fatouma Marie-Thérèse Djibo aus Niamey liebt ihr Land und die Menschen. "Die Brückenbauerin" ist eine Frau, die ihrer inneren Stimme folgt. Sie war Abgeordnete im Parlament, hat direkt für den Präsidenten der Republik gearbeitet und für die Muslime in Niger über Jahre hinweg die Pilgerfahrt nach Mekka organisiert. Dann wurde sie zur einflussreichen Fürsprecherin der Christen im Sahelstaat. Ihr Credo: Gegen den sich ausbreitenden Terrorismus hilft nur Dialogbereitschaft und ein langer Atem. Sie selbst hat sich im Alter von 50 Jahren taufen lassen und repräsentiert heute die katholische Kirche auf nationaler Ebene im Komitee für interreligiösen Dialog. Chefredakteurin Barbara Brustlein und Fotograf Jörg Böthling waren bei ihr in der Hauptstadt des Niger zu Gast. 

Im Blickwechsel geht es diesmal sportlich zu. Die Porträtierten sind ein Beispiel dafür, wie Gewichte stemmen und Fußball spielen zum Aufstieg und zur Integration beitragen können. In der Rubrik Nachgefragt ... berichtet die Projektkoordinatorin und Krankenpflegerin Tyra Eklund aus dem größten europäischen Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos. Außerdem natürlich wie immer Berichte und Hintergründe über Entwicklungen in den Ländern der Einen Welt.

Hinweis: Das Interview mit Tyra Eklund zur Situation auf Lesbos wurde vorab unter "Aktuelles" auf der Webseite von missio veröffentlicht.

 

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Foto: Jörg Böthling