Für die Ausgabe 3/2020 des missio magazins hat Redakteur Christian Selbherr für "Die neuen Glücksritter" bei den Goldsuchern von Kayes im Südwesten von Mali recherchiert. Chefredakteurin Barbara Brustlein war für die Reportage "Nachbarn in Not" im Süden Ruandas unterwegs, wo viele Menschen aus Burundi Zuflucht gesucht haben und zum Teil seit mehreren Jahren darauf warten, nach Hause zu können. Sowohl die Kleinschürfer als auch die geflohenen Burundis leben in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Im Jahr 2012 hat man eine neue Goldader entdeckt, die sich quer durch das Sahelgebiet zieht, vom Sudan über Tschad, Niger bis nach Burkina Faso, Senegal und Mali. Seither gibt es einen afrikanischen Goldrausch. In ganz Westafrika hoffen Kleinschürfer darauf, schnell reich zu werden. Manche der "Neuen Glücksritter" wollen sich sogar eine Auswanderung nach Europa finanzieren. Zugleich werden die Goldminen immer mehr zu einer beliebten Einnahmequelle für bewaffnete Gruppen. Es ist schwierig, die weit verzweigten Netzwerke nachzuvollziehen, in denen die Goldfunde letztlich außer Landes gelangen. Die wenigsten Kanäle sind offiziell und der Staat hat kaum einen Überblick, was im informellen Sektor gefunden, gekauft und gehandelt wird. Industrielle Minen, von denen es auch in der Südwestregion um die Provinzhauptstadt Kayes einige gibt, sind in ausländischer Hand.

Zum Eklat kam es in Burundi, als 2015 bekannt wurde, dass Präsident Pierre Nkurunziza gesetzeswidrig seine dritte Amtszeit antreten wollte. Die Misswirtschaft in dem ostafrikanischen Land, die Korruption, die Unterdrückung der Opposition trieben die Menschen auf die Straße. Die Milizen der Regierung reagierten mit brutaler Gewalt auf die Demonstranten: 2000 Menschen verloren ihr Leben, viele weitere Tausende wurden eingesperrt. Wer konnte, floh aus dem Land. Die brutale Gewalt der Regierung traf auch diejenigen, die gar nicht besonders politisch engagiert waren, sondern sich einfach zur falschen Zeit im falschen Viertel aufhielten. Gewalt, Unrecht und Menschenrechtsverletzungen haben bisher mehr als 400 000 Menschen dazu gezwungen, ihr Land zu verlassen. Jetzt warten die "Nachbarn in Not" in Ruanda darauf, endlich wieder heim zu können.

Für ihren Hintergrundbericht über den Umgang mit dem Coronavirus in den afrikanischen Ländern hat Kristina Balbach mit Thomas Brei, Pfarrer und leitender Arzt an der St. Clare Klinik in Mwanza, Tansania, und Sabine Gies gesprochen, Allgemein- und Tropenmedizinerin am Missionsärztlichen Institut in Würzburg. In der Rubrik Nachgefragt ... spricht der Regisseur der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl, über den „Konfliktstoff Religion” und seine Reisen nach Indien. Außerdem natürlich wie immer Berichte und Hintergründe über Entwicklungen in den Ländern der Einen Welt.

Hinweis: Der Artikel zu Corona in Afrika wurde vorab unter Aktuelles" auf unserer Webseite veröffentlicht.

 

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Foto: Jörg Böthling