Angesichts der anhaltenden Dürre in Ostafrika wenden sich immer mehr Projektpartner in großer Sorge an missio München. „Die extreme Trockenheit, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und jetzt die aufgrund des Ukraine-Krieges steigenden Nahrungsmittelpreise machen den einfachen Leuten das Leben nahezu unmöglich“, schreibt missio-Projektpartner Pater James Kimani Kairu aus der Diözese Eldoret in Kenia in einer Mail.

„Eldoret ist eine Kornkammer Kenias. Trotzdem werden wir uns und den Rest des Landes nicht versorgen können. Die Preise für Düngemittel sind unerschwinglich für die Landwirte. Selbst Großbauern konnten nicht viel anpflanzen. Auch hier werden Menschen also hungern müssen.“

„Die Lage in Ostafrika und am Horn von Afrika wird sich weiterhin zuspitzen“, sagt missio-Länderreferent Philipp Stangl. Er ist gerade von einer Projektreise nach Kenia, dem diesjährigen Schwerpunktland im Monat der Weltmission Oktober, zurückgekehrt: „Das Thema Hunger hat uns überall begleitet. Nahrung wird knapper und Nahrung wird teurer. Am erschütterndsten war die Situation im Flüchtlingslager Kakuma, wo die Geflüchteten Tag für Tag mit reduzierten Essenrationen und einseitiger Ernährung überleben müssen.“

In Kenia hat es zwischen April und Mai so wenig geregnet wie seit 70 Jahren nicht mehr. „Die Menschen sind besorgt, dass auch die Regenzeit in der zweiten Jahreshälfte 2022 zum fünften Mal in Folge geringer als normal ausfällt. Voraussagen für Regenzeiten lassen sich nicht mehr verlässlich treffen. Viele der Nutztiere sterben, Ernten bleiben aus und die Wasserversorgung wird schlechter und schlechter.“

Da Kenia mehr Getreide importiert als selbst produziert, kommen mehr als 30 Prozent des Weizens aus der Ukraine und Russland. Der dortige Krieg schlägt sich direkt in einem Anstieg derLebensmittelpreise nieder. In Kenia ist seit April 2021 der Preis von Weizen enorm gestiegen Das verteuerte Rohöl, gestiegene Spritpreise und die dadurch teurer werdende Lieferkette führen zu Preisanstiegen. „Viele Familien reduzierten deshalb Anzahl und Umfang der Mahlzeiten, die sie zu sich nehmen“, betont Ostafrika-Experte Philipp Stangl.

Die Ernährungssicherheit im ostafrikanischen Raum - in Burundi, Djibouti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Ruanda, Somalia, Südsudan, Sudan und Uganda - verschlechtert sich zunehmend. Derzeit gilt die Ernährungslage für mehr als 80 Millionen Menschen in der Region als unsicher. In Äthiopien, Sudan, und dem Südsudan ist die Lage dabei am besorgniserregendsten.

missio München steht in dieser Situation an der Seite seiner Projektpartnerinnen und Projektpartner. So unterstützt das Hilfswerk Geflüchtete sowie arbeitslose Jugendliche in Nairobi mit Essensrationen und ermöglicht die lokale Produktion von Lebensmitteln und die Wasserversorgung vor Ort. In der ugandischen Hauptstadt Kampala fördert missio München den Aufbau eines Lehrstuhls für Landwirtschaft sowie Kurse in Landwirtschaft und Viehzucht. Im Südsudan wird das Hilfswerk in den kommenden Monaten Nothilfe für 1.600 hungerleidende Familien in 16 Pfarreien der Diözese Rumbek leisten.