Nach dem Wahlsieg von Diktatorensohn Ferdinand "Bongbong" Marcos Junior auf den Philippinen hofft das Internationale Hilfswerk missio München, dass sich die Arbeit seiner Projektpartner in dem südostasiatischen Land nicht weiter erschwert. "Mit Marcos‘ Wahlsieg stehen der katholischen Kirche schwere Zeiten bevor. Wir stehen eng an der Seite unserer Partnerinnen und Partner auf den Philippinen. Wir hoffen, dass sie sich nicht von den Wahlen entmutigen lassen und weiter furchtlos für die Belange der Armen und Rechtlosen kämpfen werden", sagte missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber.

Anfang vergangener Woche war auf den Philippinen gewählt worden. Marcos Junior gewann die Wahl mit weit mehr als 50 Prozent der Stimmen. Vor der Wahl hatten sich die missio-Projektpartnerinnen und –partner an der Seite der Bischöfe auf den Philippinen offen für Marcos‘ demokratische Gegenkandidatin, die noch amtierende Vizepräsidentin Maria Leonor "Leni" Gerona Robredo, stark gemacht. Der Vinzentinerpater und langjährige missio-Partner Daniel "Danny" Pilario zeigt sich entsetzt vom Wahlausgang: "Nach dem Sieg von Marcos fürchte ich, dass die Rechtsstaatlichkeit auf den Philippinen noch mehr leiden wird als unter seinem Vorgänger Präsident Rodrigo Duterte". Es drohe verstärkt "Vetternwirtschaft und Korruption". "Dadurch wird natürlich alles noch schlimmer werden."

Soziale Medien bestimmten Wahlkampf

Danny Pilario FST PHL 0870Pater Daniel "Danny" Pilario. Foto: Friedrich StarkPilario kristisiert, dass Marcos "ohne eine klare Plattform und ohne ein Programm" angetreten sei. "Was soll man anderes erwarten, als dass die Sieger die Beute unter sich aufteilen. Zurzeit ist keine Hoffnung erkennbar." Pilario, sieht in manipulierten Berichten und Nachrichten auf Sozialen Medien den Aufstieg Marcos begründet: "Die Algorithmen von Tiktok, Facebook und Twitter haben es geschafft, den Menschen ein neues Bild von den Familien Marcos und Duterte zu vermitteln. Menschen, deren einzige Nachrichtenquelle die sozialen Medien sind, glaubten ihnen. Und so haben sie auf der Grundlage dieses Wissens gewählt. Unsere Hoffnung ist, dass die Menschen aus diesem Schlaf aufwachen werden."

Bereits seit dem Wahlsieg des noch amtierenden Präsidenten Rodrigo Duterte im Jahr 2016 stehen missio-Projektpartnerinnen und –partner auf den Philippinen unter Druck. Viele von ihnen, darunter auch Pater Pilario, setzten sich offen gegen dessen mörderischen sogenannten Anti-Drogenkrieg ein, dem Tausende Menschen zum Opfer fielen.

 

 

 

Lesen Sie hier einen weiteren Beitrag zum Thema aus dem missio magazin 3/2022: Wahlen auf den Philippinen