Mit anderen Augen sehen: Menschenhandel, armutsbedingte Prostitution, arrangierte Ehen oder das Leben mit einer Behinderung –  die Schülerinnen und Schüler werden in unserer interaktiven Ausstellung mit für sie neuen Lebenswirklichkeiten aus Indien, den Philippinen und Tansania konfrontiert. Sie fühlen und tasten sich buchstäblich in die Lebenswelt ihrer Altersgenossen hinein und erhalten so einen authentischen Einblick in den schwierigen Alltag der Menschen, deren Glück jeden Tag neu auf die Probe gestellt wird.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse. Die Ausstellung wird vor Ort aufgebaut (z.B. in der Aula oder Sporthalle), der Raumbedarf beträgt rund 100 Quadratmeter. Eine Einheit dauert 90 Minuten.

missio for life kommt zu Euch an die Schule! Unser mobiler Lernparcours mit vier höchst spannenden interaktiven Modulen in einer Kombination aus Serious Games und Alternate-Reality-Spielen wird vor Ort für Euch von unserer pädagogischen Fachkraft aufgebaut. Schon nach kurzer Zeit kann die transmediale Erlebniswelt betreten und bespielt werden.

Die vier Protagonisten

Renu

... wurde schon als Mädchen verheiratet und lebt seit den Hochzeitsfeierlichkeiten bei der Familie ihres Ehemannes. Ihre Eltern haben für sie eine große Summe an Mitgift bezahlt – und doch scheint diese nicht genug. Die Gier der Schwiegereltern ist unersättlich. Schikanen beginnen und sie wird sogar Opfer eines Mordversuchs – inszeniert als Küchenunfall.

Mercedes

... stammt aus einem armen Dorf auf den Philippinen. Sie wurde von ihrer eigenen Familie an einen Kinderhändler verkauft, der an- geblich nach Hausmädchen für die reiche Stadtbevölkerung suchte. In der großen Stadt ange- kommen, entpuppt sich das verlockende Angebot als Falle. Mercedes landet sie in einem Bordell und muss als Prostituierte arbeiten.

Paulo

... ist von zu Hause weggerannt. Seitdem lebt und schläft er auf der Straße und schlägt sich alleine durch. Er durchsucht Müllberge nach allem, was essbar ist, was sich gut recyceln lässt und wofür er ein wenig Geld erhält. Was Paulo sammelt, reicht aber nicht zum Überleben. Er hat Hunger und beginnt in seiner Not, Leute zu be- klauen...dafür landet er schließlich im Gefängnis.

Geoffrey

 Der Junge hat in seiner ost- afrikanischen Heimat Tansania große Träume: Er will die Sport- schule in der Stadt besuchen. Doch nach einem Motorradunfall bleibt er gelähmt. Er muss mit den Folgen seiner Behinderung klar kommen – in einem Land, in dem der Alltag vor allem für die ärmere Bevölkerung auch ohne Beeinträchtigung schon schwer zu meistern ist.

Die Geschichten gehen alle gut aus...

...weil Partner von missio for life zu Hilfe kommen und Renu, Mercedes, Paulo und Geoffrey unterstützen. Andere haben jedoch nicht so viel Glück.

Die Schülerinnen und Schüler werden lernen, dass es sich lohnt, sich sozial zu engagieren. Spielerisch erfahren sie, dass sich Menschen für andere einsetzen und sie stark machen. Dazu braucht es Mut und die Entschiedenheit, genau hinzuschauen und dann an der richtigen Stelle anzupacken. Zum Beispiel: ein Frauenhaus zu bauen, in dem Mädchen und Frauen ein neues Zuhause finden und ihre Traumata überwinden können. Oder eine Kinderschutzorganisation zu gründen, die Straßenkindern durch gesellschaftliche Eingliederung und Bildung eine Starthilfe in eine bessere Zukunft gibt.

Durch das Eintauchen in die Lebenswelten von Renu, Mercedes, Paulo und Geoffrey werden die Schülerinnen und Schüler sensibilisiert, die Themen der Protagonisten in einem größeren allgemeinen Kontext zu beleuchten und zu diskutieren. Die Erfahrungen der vier Jugendlichen werfen viele allgemeine Fragen über Menschenwürde und soziale Ungerechtigkeiten auf. 

Während des Spiels steht den Schülerinnen und Schülern eine pädagogische Fachkraft zur Seite, mit der sie im thematischen Dialog ihre Eindrücke teilen und verarbeiten können.

Die Lehrkraft kann auf diesen neuen Lerninhalten aufbauen und sie mittels der Unterrichtsmaterialien und -bausteine vor- und nachbearbeiten. Die Lehrkraft kann auf die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler selbst eingehen: Es ist eben nicht egal, wie man sich verhält. Jede und jeder hat die Chance, den Unterschied zu machen und sich dafür einzusetzen, dass es anderen besser geht. Schon der kleinste Einsatz bringt Besserung.

Ziel ist es, Jugendliche zu unterstützen, sich in einer sich ständig wandelnden Welt zurechtzufinden, globale Zusammenhänge zu erkennen und den Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt in Deutschland herzustellen.